Neues Lieblingsauto im Fernsehen ausgemacht, Knopf auf der Fernbedienung gedrückt und am nächsten Tag zur Probefahrt aufgebrochen? In Deutschland schauen wir immer noch neidisch aufs Ausland, wenn es um interaktive Angebote geht. Dort sind sie, und sie haben auch ordentliche Nutzerzahlen. Und bei uns?
Warum kann man zum Beispiel nur in Großbritannien an der Flimmerkiste wetten? Oder per Fernbedienung tiefer Produktinformationen einsteigen oder sich eine Produktprobe zukommen lassen und zusätzliche Dienste abrufen? Und nicht in Deutschland?
Bei unseren internen Diskussionen im Team kommen dazu immer wieder folgende Argumente:
Ist das Ausland hier wirklich besser? Oder anders formuliert: Was muss geschehen, damit Interaktives Fernsehen endlich in deutsche Wohnzimmer kommt?
Das würde uns mal interessieren.
Eine Menge Anschauungsmaterial zu dieser Diskussion haben wir übrigens in der brandneuen Studie der Landesanstalt für Medien in Nordrheinwestfalen gefunden. Kapitel 3 beschäftigt sich mit Asien und andern europäischen Ländern und Kapitel 4 mit der Situation in Deutschland.
Ihr Team vom „Deutschen Telekom Interactive TV Award“
English abstract: Interactive TV is already successful in many countries; so what is the missing link in Germany? Send us your thoughts on what needs to happen to make interactive TV more successful in Germany.
Dieser Beitrag wurde am Freitag, 07. März 2008 um 13:56 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Medienwelt abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch das RSS-Feed verfolgen. Sie haben die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog zu senden.
1.- Patrick
Kommentar vom 10. März 2008 um 13:48
Die Frage “Warum kann man zum Beispiel nur in Großbritannien an der Flimmerkiste wetten?” lässt sich recht einfach beantworten.
http://www.sportgericht.de/sportrecht-newstext-6571-.html
Und der Erfolg interaktiver Applikationen im Ausland sollte auch differenziert betrachtet werden.
So richtig erfolgreich ist iTV (noch?) nirgendwo, obwohl jedes Jahr verkündet wird, dass der Durchbruch kommt.
Gruß
Patrick
2.- Team Interactive TV Award
Kommentar vom 10. März 2008 um 18:16
Lieber Patrick,
Zugegebenermaßen ist “Wetten” (so wie Lotto und andere Glücksspiele) unter rechtlich/gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland nicht ganz trivial. Nichtsdestotrotz erscheint uns Großbritannien mit seinen “Red-Button”-Applikation in Sachen iTV schon etwas weiter zu sein als wir in Deutschland.
Liegt das nur daran, dass es dort einen starken bzw. dominanten Pay-TV Plattformbetreiber gibt?
Klar ist, dass iTV seine Grenzen hat und der Zuschauer vor dem Fernseher auch seine Ruhe haben will. Aber wir denken, in vielen Bereichen wäre es für den Zuschauer wünschenswert, auf dem Fernseher mehr als nur ein paar bewegte Bilder zu erhalten (siehe auch den Erfolg von Videotext bei uns Deutschland). Aber was könnte das in Deutschland sein und welche Faktoren müssen stimmen, dass es auch so kommt?
Beste Grüße vom Interactive TV Award Team
3.- Patrick
Kommentar vom 11. März 2008 um 11:09
Liebes Team,
das sehe ich natürlich ähnlich.
Ich denke, es gibt nicht “den” Erfolgsfaktor. Im Bereich des Wettens ist es eben die rechtliche Situation. Und da das Wetten in GB nun mal ein treibender Faktor ist, sollte man es nicht unterschätzen.
Andere Faktoren, die mir spontan einfallen sind:
- heterogene Plattform: es gab ja in der Vergangenheit verschiedene Versuche eine große Plattform aufzubauene, siehe FUN und MHP. Nur war niemand bereit hier wirklich viel Geld in die Hand zu nehmen. Das sollte man nicht unbedingt als Fehler begreifen, da z.B. für die Betty nicht unwesentliche Summen angefasst wurden und es trotzdem kein Erfolg wurde
- unklare Nutzungskontexte: das Problem ist hier, dass es schwer ist im vorherzusagen, welche Applikationen wirklich gut beim Nutzer ankommen. Es hat sich gezeigt, dass die Übertragbarkeit aus anderen Märkten nur begrenzt funktioniert.
- Rückkanalsituation: Sky bietet in GB einen Installationsservice für seine Set-Top-Boxen an und da wird das Box gleich mit dem Telefonnetz verbunden. Das wird in Deutschland weder von Premiere noch von den Kabelnetzprovidern angeboten. Hier ist auch das große Potential von IPTV Anbietern wie der Telekom oder Konkurrenzunternehmen, die ich jetzt freundlicherweise mal nicht nenne.
Es gibt sicher noch eine Reihe von Faktoren, an denen sich aber jetzt mal andere auslassen können.
Gruß
Patrick
4.- Team Interactive TV Award
Kommentar vom 12. März 2008 um 10:42
Lieber Patrick,
vielen Dank für Ihre Einschätzung. Wir glauben auch, dass wir durch unsere komplette (medienbruchfreie) Rückkanalfähigkeit in naher Zukunft das Thema Interaktivität weiter vorantreiben und so auch gegenüber anderen Plattformen einige Vorteile erreichen können.
Bezüglich erfolgreicher Applikationen gehen wir davon aus, dass wir noch einige “Trials” durchführen werden. Dabei werden wir sicherlich wertvolle Erkenntnisse gewinnen können, welche Applikationen erfolgversprechend sein werden.
Ihre Applikations-Konzepte könnten demnächst schon in einem Kunden-”Trial” getestet werden.
Und zur Klärung dieser Punkte soll eben auch dieser Award dienen
Viele Grüsse vom Team “Interactive TV Award”
5.- Rolf Hemmerling
Kommentar vom 16. März 2008 um 12:19
Sie fragen rethorisch:
“Warum kann man zum Beispiel nur in Großbritannien an der Flimmerkiste wetten? Und nicht in Deutschland?”
Na weil aus Verbraucherschutz die Bürger vor leichtfertigem Glücksspiel bewahrt werden sollen. Zu Recht.
Einher geht mit Glücksspiel auch immer Mafia und andere Kriminelle Organisationen - weil dort “Geld mit Nichts” zu verdienen ist, denn “Die Bank gewinnt immer”.
Schlimm ist auch der augenblickliche Versuch, Poker durch teure TV-Reklame für Internet-Websites wo man offensichtlich als Deutscher NOCH NICHT um Geld “spielen darf” und leider sogar Live-Poker-Runden bei Stefan Raab und auf Nischenkanälen “gesellschaftsfähig” zu machen.
Wo wir doch alle wissen: Beim Pokern wollen einige wenige die Möchtegern-Spieler abzocken. Und wir wissen “Die Bank gewinnt immer”.
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Drum sollte die Telekom sich hüten, auch in einem solchen Blog, ihre Marke zu beschmutzen, indem sie die Liberalisierung von Glücksspiel propagiert, das kriminelle Energien anlockt.
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So wird das nix mit Home-Entertainment !
Mein Vorschlag für die Deutsche-Telekom-Interactive-Award Anwendung wird hingegen was “seriöses” :-).
Grüße
Rolf Hemmerling
6.- Team Interactive TV Award
Kommentar vom 17. März 2008 um 13:40
Lieber Herr Hemmerling,
danke noch mal für den deutlichen Hinweis zur “Seriosität”: Nein, auch wir möchten natürlich nicht das Glücksspiel fördern, und sei es nur, damit interaktives Fernsehen endlich funktioniert.
Ja, die Briten wetten so gerne und setzen sich dafür neuerdings auch vor den Fernseher. Kein Vorbild, in keiner Hinsicht, aber ein augenfälliges Beispiel dafür, dass interaktives Fernsehen funktionieren kann.
Wir werden daher auch nur “seriöse” Dienste in unser Angebot integrieren - Interessante gibt es allemal genug, und die können aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen.
Zum einen gibt es ja die Dienste, die in direktem Bezug zu einer laufenden Sendung haben. Zum anderen solche, die davon unabhängig sind. Insofern dreht sich der Wettbewerb auch genau darum: Welche Dienste sind für die Kunden interessant und wie kann man sie technisch elegant umsetzen?
In diesem Sinne freuen wir uns auf Ihre Konzepte - sehr gerne “seriös” natürlich ;-).
Beste Grüsse vom Team Interactive TV Award
7.- Ben
Kommentar vom 04. April 2008 um 10:53
Hi, kurze Vorstellung meinerseits (auch auf die Gefahr, dass diese Posts nicht mehr gelesen werden
:
2003 habe ich mich für den Studiengang “Interaktive Dienste & Digitales Fernsehen” entschlossen und bin nun seit ein paar Monaten Dipl. Ing (FH) in diesem Bereich. Schwerpunkte hier : interaktives Fernsehen, Usability, Konvergenz von Diensten etc. -> Kurzum: Ein Pionierstudiengang, und zugegebener Massen ein riskantes Unterfangen da ich mit meiner ursprünglichen Vermutung leider recht behalten sollte : In Deutschland hat sich bisher leider hier recht wenig auf dem Massenmarkt getan (entsprechend klein ist der Jobmarkt).. aber egal, ich glaube weiterhin daran..
(Diese Studienrichtung war natürlich NICHT an einer verstaubten deutschen FH Deutschland möglich, musste ins Ausland dafür)
Probleme aus meiner Sicht hier ganz klar:
Geschäftsmodelle:
- im Ausland funktioniert dies einfach besser, weil dort PayTV Modelle grössere Aktzeptanz geniessen. Hauptschuldiger bei uns, der Entwicklung bremst: PREMIERE !
Jeder der schonmal ein Abo hatte (oder jemand im Bekanntenkreis, also sogut wie jeder) weiss, das dies nie und nimmer sein Geld wert ist da permanente Reruns, alte Filme etc. einfach unverschämt für diesen Preis sind. Somit: bei jedem potentiellen Kunden Hierzulande schrillen gleich Alarmglocken, der auch nur ansatzweise das Wort “Pay” im Zusammenhang mit TV hört (eben für eventuelle gute, neue, innovative Angebote) und denkt dabei an Premiere (bzw.: “ist es nicht wert / kein wirklicher Mehrwert”)
-Andererseits: Umgeht man “Pay” Modelle und bietet den Dienst gratis an, können sich Endgeräte schlecht refinanzieren und müssen vom Kunden bezahlt werden. Das wird auch nicht so schnell passieren. Der “normale” Receiver steht bereits im Wohnzimmer, warum soll ich 150 - 200 für einen Hybrid Kiste zahlen ohne überhaupt zu wissen, was das eigentlich bringt.
- Marketing: Bisher hat es KEIN Unternehmen geschafft, auch nur Ansatzweise eine gute Kampangne durchzuführen. Glauben Sie wirklich, die “Hausfrau” (die in in 70% der HH in D meist über das Budget verwaltet) kapiert die T-Home Werbung, dass “Fernsehen jetzt aus der Telefonleitung / Steckdose kommt?” Sicher nicht. Alleine im meinen Bekanntenkreis kennt niemand die Möglichkeiten, die es bereits gibt. Note : 6
- Benutzerfreundlichkeit: Im Laufe meines Studiums habe ich mich sehr für User Experience & Usability interessiert und befasst, und eine einige Labor - Tests / Feldstudien etc. selbst mit durchgeführt. Unglaublich, wie Mies und schlecht User Interfaces designt und gestaltet sind und vom Average Joe nicht ohne Frust bedient werden können. Eigentlich sollte man erwarten, dass die Designer solcher Systeme auch nur Ansatzweise die international doch bekannten Usability - Engineering - Konzepte wenigsten mal gelesen haben sollten.
Leute, damit der Massenmarkt adaptiert, muss hier noch sehr, sehr viel getan werden..
- Benutzerfreundlichkeit II : Endgeräte, besonders Remote - Kontrolls….grösstenteils absolut undurchdacht und VIEL zu kompliziert für die “Hausfrau”. Massenware aus China etc. ohne ein richtiges Konzept dahinter. Hier sparen die Unternehmen wieder am falschen Ende.
- Support: Es müsste vor-ort installations service (GRATIS ) geben mit einweisung etc. Das wird aber sicherlich nicht passieren, da ja nichtmal die Hotlines der Provider zufriedenstellend betrieben werden können.
BettyTV, Maxdome, Astra Bluecom usw. usw…. WARUM bekommt so etwas funding ?? verstehe ich einfach nicht. War nach der ersten Pressemeldung klar dass das nix wird.
Die Liste liese sich noch lange weiterführen, aber ich denke mein Punkt kommt relativ heraus: Die “grossen” Firmen, welche die Marktmacht hätten ein gutes System zu launchen, sind zu träge und verfolgen falsche Ansätze & Konzepte. Und Premiere : Ihr gehört für das Interaktiv TV - Deutschland - Brachland an den Pranger !
Bin gerne für weitere Diskussionen bereit unter
Gibt zuwenig leute mit denen man sich über soetwas unterhalten kann
beni_scholz33@web.de
gruss,
B.
8.- Team Interactive TV Award
Kommentar vom 04. April 2008 um 13:09
Lieber Ben,
Vielen Dank für den sehr kritischen aber kenntnisreichen Beitrag.
Wir fragen uns, ob das Scheitern von Geschäftsmodellen oder Interaktivität wirklich so stark mit den Plattform- und Pay-TV Betreibern zu tun hat. Oder liegt der Grund nicht vielmehr im starken Free-TV Markt, der in Deutschland nun mal vorherrscht und der in der Welt seinesgleichen sucht? Dadurch ist es noch viel schwieriger, neue und innovative Konzepte zu etablieren, weil der Zuschauer schon durch sehr gute kostenfreie Angebote verwöhnt ist und sich deshalb nur schwer von seinem Status Quo abbringen lässt.
Oder?
Viele Grüße, Ihr “interactive TV Award”-Team
P.S.: wir lassen uns aber nicht entmutigen, da wir felsenfest an T-Home Entertain glauben, sowohl unter den Aspekten Geschäftsmodell, Usability, Support etc.
9.- Patrick
Kommentar vom 08. April 2008 um 15:38
Hallo Ben,
aus Deinem Beitrag spricht viel Frust, was bei dem derzeitigen Zustand des iTV Marktes in D auch durchaus verständlich ich.
Dennoch denke ich, dass Teile der Argumentation ein bisschen an der Sache vorbei sind.
Zum Thema Premiere: Zum einen ist die Diskussion, wie man in Deutschland Pay-TV zu machen hat, erst mal eine völlig andere. Wer sich mit dem TV-Markt beschäftigt hat, weiß, dass es nicht gerade ein einfaches Umfeld ist.
Zum anderen sehe hier keine “moralische Verpflichtung” das Thema iTV zu fördern. Premiere ist, v.a. nach der Auflösung der KirchGruppe ein Unternehmen, das wirtschaftlich arbeiten muss und deshalb muss zuerst einmal analysiert werden, ob sich das Ganze auch lohnt.
Dazu kann ich nochmal betonen, dass Sky einen großen Teil seines Umsatzes im Bereich iTV mit Wetten macht.
Allerdings würde ich den Einwand gelten lassen, dass iTV ja auch eine Möglichkeit ist die Kundenzufriedenheit zu fördern. Allerdings ist es schwer apriori zu messen, wie sehr eine iTV Applikation die Kundenzufriedenheit steigern würde und die Kündigungsrate drosseln könnte.
Somit kann man Premiere u.U. vorwerfen bisher nicht genug Risikobereitschaft gezeigt zu haben. Nun, gut dass Du das Beispiel Betty genannt hast: der Swisscom kann man hier nämlich genau das Gegenteil vorwerfen - blinde Risikobereitschaft.
Dagegen unterstütze ich absolut Deine Einschätzung was Usability angeht: Hier ist man einfach nicht bereit, das Geld in die Hand zu nehmen und die Zeit zu investieren, um leicht bedienbare UIs zu gestalten.
Aber leider ist das oft bei den Margen die im Bereich CE zu erreichen sind manchmal sogar verständlich.
Würden Kunden jedoch “erzogen” auf bessere Usability zu achten und Testmagazine nicht aus Gefälligkeit allen Geräten eine tolle Benutzerführung bescheinigen, könnte man hier viel mehr erreichen.
So, das reicht erst mal. Ich würde mich aber freuen, die interessante Diskussion fortzuführen.
Gruß
Patrick
10.- Rolf Hemmerling
Kommentar vom 10. April 2008 um 05:41
Regt Euch ab, die EU wird das deutsche TV kaputtmachen:
Fernsehfilme in Englisch oder anderen Sprachen sollen nach dem Willen des Europaparlaments künftig in ARD und ZDF nur noch im Original mit Untertiteln laufen
http://de.news.yahoo.com/afp/20080409/tde-d-eu-medien-fernsehen-sprachen-a4484c6.html
soso… “Wille”.
Schon die RECHTE an der Ausstrahlung von solchen Filmen im Original existieren meist nicht, dadurch wird z.B. die unverschlüsstelte Sateliten-Ausstrahlung nicht mehr möglich sein. Glück für die Kabelnetzbetreiber und für das ja auch “leitungsgebundene” T-Home Entertain….
Grüße
Rolf
11.- Alexander MacG
Kommentar vom 30. August 2008 um 18:29
Ich würde mir als Deutsche Telekom wirklich Sorgen machen.
Der Bereichsvorstand, der das hier initiiert hat, wechselt zur Internetabteilung eines privaten Fernsehsenders.
Auf dieser Plattform schreiben mal grade 10 verschiedene Personen.
Und die ausgewählten und ach so innovativen Produkte die nun auf der IFA vorgestellt werden, waren doch schon veraltet, als man noch in Feldversuchen von iTV träumte und Acorn es in Cambridge, UK vorgemacht hatte, die Telekom es zusammen mit Philips aber nie zum laufen brachte.
Da mag das Team von T-Home Entertain noch so sehr an sein tolles Produkt glauben, ich tue es nicht.
Denn es erinnert mich eben an die Ingenieure und verstaubten damals Bonner Angestellten, die rumrannten und Content einkaufen wollten. Die Film und später Internetbranche hatte kräftig was zu lachen und eine neue Einnahmequelle entdeckt.
Das hat bis heute nicht wirklich funktioniert und erst wenn sich hier massiv Denkstrukturen verändern, kann es vielleicht etwas werden.
Ansonsten wird die Deutsche Telekom mal wieder links und rechts überholt.
Sorry, aber bisher hat alles auf dem Entertain steht, also Unterhaltung, eher den Charme einer muffigen Sitzecke…
12.- Ulrich Brünger
Kommentar vom 02. September 2008 um 08:27
Hallo Herr MacG,
vielen Dank für die kritischen Anmerkungen, auch wenn ich sie vielleicht etwas unkonkret und in Teilen gar spekulativ finde - das macht es mir nicht leicht, faktenbezogen zu antworten.
Aber lassen wir das mal beiseite: Wir wissen, dass wir mit dem Thema Open Innovation als Telekom noch ganz am Anfang stehen, sind daher aber trotzdem mit den bisherigen Ergebnissen des Wettbewerbes sehr zufrieden, insbesondere vor dem Hintergrund, dass wir explizit keinen Konzept-Wettbewerb initiiert haben, sondern die Einreichungen auch eine theoretische Realsierungsmöglichkeit (siehe Einschränkungen durch Hardware und auch die plattformbezogenen Rahmenbedingungen) haben sollten.
Hinzu kommt, dass wir bis dato auch viele positive Rückmeldungen zum Wettbewerb erhalten, wie die bisherigen Gespräche - nicht nur auf der iFA - zeigen. Auch in Gesprächen mit Content-Partnern ist der Wettbewerb sehr positiv aufgenommen worden. Klar ist aber auch, dass es derzeit noch keine Königswege oder Killer-Applikationen (mal abgesehen von VoD, Timeshift oder EPG) im Bereich interaktives Fernsehen gibt und noch viel Try-and-Error stattfinden wird, aber wir sind bereit, diese Sachen nun - unter anderem mit Hilfe des ITV Awards - zu testen.
Und noch ein kleiner Nachtrag zum Blog: Wenn man berücksichtigt, dass das Thema sehr spitz ist und die Zielgruppe insgesamt nicht groß, so sind wir mit der Performance hier eigentlich ganz zufrieden. Die Menge der passiven Nutzer unseres Blogs liegt wie bei allen solchen Angeboten um ein Vielfaches höher ist als die der Aktiven - im Monat August etwa lag die Zahl der verschiedenen Besucher in der unteren Hälfte des vierstelligen Bereichs.
Viele Grüße,
Ulrich Brünger
13.- Alexander MacG
Kommentar vom 05. September 2008 um 07:57
Sehr geehrter Herr Brünger,
es mag polemisch klingen, aber ich freue mich über ihren unerschütterlichen Glauben an ihren Arbeitgeber.
Erstaunlich, aß sie nichts zum Weggang des Bereichsvorstandes gesagt haben, dem vermutlich die verschlafene Art der DT auch zu hinderlich war, wirklich etwas zu bewegen.
Ich freue mich, wenn diese Site ein paar Tausend Leser hat… aber das ist eine lächerliche Anzahl.
Ich bin nun seit 17 Jahren im Bereich interaktives TV tätig und ich sehe die immer gleichen Fehler bei der Telekom.
Und ganz ehrlich, ich wurde mehrfach immer erst dann von der Telekom gerufen, wenn die Situation komplett verfahren war, weil mal wieder BWLer und Ingenieure intern versucht haben, was tolles auf den Markt zu bringen.
Ich darf leider all die Details hier nicht öffentlich machen, aber da ich selbst Entwicklungen von EPGs, die heute noch benutzt werden, bis hin zu Entwicklungen für das DT Entwicklungszentrum Darmstadt gemacht habe, weiß ich schon, wovon ich rede.
Von den Siemns und DT Pilotprojekten in München, dem ITV Projekt Hamburg mit abgefackeltem Server und grausamer Philips Technik mal ganz zu schweigen.
Oder all die vollmundigen ATM Sprüche und und und…
Wann lernt die Telekom endlich, sich die wirklichen Spezialisten GLEICH von Anfang an zu holen und nicht Internetbuden mit veralteten Ideen als innovativ zu bezeichnen.
Das was sie auf der IFA so toll vorgestellt haben, hat es Anfang der 90er bereits auf SGI Maschinen im ITV trial in Orlando gegeben.
Den Spielkram den sie jetzt mit alten EPGs als neue Entertain Plattform anbieten, habe ich mit meinem Team 1995 auf einer alten aufgebohrten Betatechnik Settopbox mit Linux und einem Browser für den TV angepasst schon vorgestellt.
Das hatte Leo Kirchs Team damals schon so frustriert, dass sie die Messeteilnahme abgesagt haben.
Bitte entschuldigen sie, wenn ich mir dann bei soviel “Innovation” einen grinse und das nur deswegen ernst nehmen kann, weil die DT einfach Millionen hat, die sie in das Produkt drückt und daher überhaupt ernstzunehmen ist.
Wäre nicht ihre Marktmacht, könnte man lauthals lachen. Aber hier wird von wenig innovativen Köpfen mal wieder alter Schrott in die Haushalte gebracht.
Hat die Dt eigentlich noch nicht begriffen, was da auf dem Markt passiert. Das das alte Geschäftsmodell des TV tot ist und nur noch wie ein Tanker ohne Maschine eben seine 10 Seemeilen weiterläuft, bis er letztendlich steht?
Hier wird auf alten Märkten und Mustern aufgesetzt, wo es ganz anderer Konzepte bedürfte.
Aber was rege ich mich auf. Ich finde es traurig und bedauerlich… aber ich hab auch nur noch wenig Interesse, der DT hier zu helfen, wie in der Vergangenheit, da man ja bei neuen Entwicklungen eh dann wieder nicht gefragt wird.
Daher mache ich die wirklich neuen Dinge lieber mit ausländischen Investoren für den deutschen Markt. Das war 1993 so, das war 1995 so und das scheint wohl bei der DT so zu bleiben…
Haben sie eigentlich intern soviel Angst vor Innovation, dass nur die minimalsten Ideen durchkommen oder sie sich hinter einem Award verstecken, um mal frische Ansätze von außen in der DT zuzulassen?
Meine Prognose:
Entertain wird einer der vielen DT Todgeburten, weil IPTV und Mobil-TV dem ganzen System den Rang lange abgelaufen haben, bis dieses System wirklich was taugen würde.
In der Zwischenzeit werden wirklich innovative Ansätze verschlafen und nicht verfolgt und andere Player besetzen wie z.B. Apple diese Märkte.
Die DT wird dann Leitungslieferant beliben und immer mehr in dem Segment an Bedeutung verlieren.
Ähnlichkeiten zum Festnetzdebakel und davonlaufenden Kunden ist nicht zufällig!!!
Aber vielleicht muß ein Konzern wirklich erst einmal soweit unten ankommen, bis da wirklich was passiert.
Denn die Formate, die KILLER Applications, gibt es… sie werden nur übersehen im Wahn, ganze Spielfilme “on demand” zur Verfügung zu stellen.
Traurig… und mal sehen, wer dann 2010 recht hatte
14.- Alexander MacG
Kommentar vom 05. September 2008 um 08:18
Bisher lag ich leider mit Prognosen immer richtig.
Hier ein kleiner Auszug, was ich 2001 bereits zu dem Thema Content und neue Vertriebswege, sowie Abspielstationen gesagt hatte:
http://www.presseportal.de/pm/38393/243511/702_media_gmbh
Leider hat mein damaliger Kapitalgeber durch eine Indiskretion der Deutschen Bank, sein Fernsehimperium verloren.
Da wir grundsätzlich besser waren als sein überbezahltes Team, hatte man uns vorsorglich lieber eingekauft
Alexander MacG/Gäfe
15.- Alexander MacG
Kommentar vom 11. September 2008 um 15:06
PS.
was ist schon Entertain im Vergleich mit unserem neuesten Produkt?
http://de.sevenload.com/videos/6zVbhUH-JotterJack-ist-besser-als-das-iPhone
Der Globalisierung sei Dank.