IPTV-Endgeräte im Consumermarkt – Wünsche und Wirklichkeiten
„Mein Fernseher ist mein Internet ist mein Telefon ist meine E-Mail ist mein Bilderrahmen ist mein Videochat ist mein Photoalbum ist meine Briefmarkensammlung ist mein Buchregal. ” – so wünscht sich ein Teilnehmer des IPTV-Award-Zuschauerwettbewerbs das Fernsehen der Zukunft. Einen PC neben den Fernseher stellen, beide miteinander verkabeln und fertig ist das Mediencenter: dieses hausgemachte „PCTV“ geht vor allem für technikaffine Nutzer schon heute.
English abstract
IPTV end user devices in the consumer market - wishes and realities
“My television is my Internet is my telephone is my email is my picture frame is my video chat is my photo album is my stamp collection is my bookshelf.” This is what one IPTV Audience Award participant wants from the television of the future. Put a PC next to the television, hook them together and there’s your media centre. For technical buffs such homemade “PCTVs” exist even today. But television as a do-it-all end user device remains a dream well worth the effort.
Sofa und Strippen passen nicht zusammen
Für den klassischen TV-Konsumenten, der das Medium zumindest in Deutschland und Europa vor allem abends auf dem Sofa passiv nutzt, sind Strippenziehen und Kabelsalat unbequem, unaufgeräumt, unmodern. Alles soll sein wie gewohnt, schick und übersichtlich und vor allem: einfach zu bedienen. Ein Monitor, maximal eine Box und auch eine Fernbedienung für alles, keine Kabelstolperfallen – Komfort und Nutzerfreundlichkeit haben Priorität. Dementsprechend stellen alle marktaktiven Unternehmen laut einer aktuellen Studie von Ericsson neben der Verbesserung des Nutzererlebnisses das Schaffen einheitlicher technischer Standards und die Konvergenz der verschiedenen Zugangstechnologien in den Vordergrund.
Gerätelos: Aufnehmen wird leichter
Aber noch ist beides Zukunftsmusik. Zu Hause verbindet immer noch eine Set-Top-Box Internet und Fernseher miteinander – und immer noch braucht jedes TV-Gerät im Haushalt seine eigene Box, noch gibt es nicht die eine für alle. Immerhin: Zusätzliche DVD-Rekorder sind bei Receiver-Neuanschaffungen dank Video on Demand (VoD) nicht mehr unbedingt nötig, Festplatten zur Aufzeichnung einzelner Sendungen, aber auch ganzer Serien sind eingebaut. Mit Hilfe integrierter elektronischer Programmübersichten (EPG) gibt der Zuschauer dem Gerät ein Mal seinen Aufnahmewunsch mit, und Woche für Woche wird automatisch aufgezeichnet, unter Beachtung aktueller Sendezeitverschiebungen. Alter Wein in neuen Schläuchen ist das aber schon, denn es handelt sich um eine Erweiterung des guten alten Teletext und der ShowView-Programmierung.
Schwerelos? Mit dem Fernseher im WWW-Raum
Die TV-Geräte selber werden immer flacher, die LCD-Bildschirme immer größer und die Surround-Anlagen immer raffinierter. In der Branche sind HDTV mit allen seinen derzeitigen Unwägbarkeiten und das neue Bauelement OLED (nicht nur) als Energiespar-Offensive die Trendthemen 2008. Internetfähige Geräte gibt es zwar schon, und sie lassen sich sogar über Steckdosen und Stromkabel drahtlos vernetzen und so auch technisch fernwarten. Im weltweiten Netz bieten sie bislang allerdings lediglich rudimentäre Funktionalitäten, vergleicht man mit dem, was der PC im Netz alles kann. Und mit Preisen ab 1900 € aufwärts lassen sich die Hersteller diese Geräte noch teuer bezahlen, so dass sie für den Durchschnittskonsumenten , der hierzulande beim Neukauf in der Regel um die 600 € ausgibt, eher nicht in Frage kommen.
Ob Google und Matsushita/Panasonic mit ihrem gemeinsam entwickelten Fernseher Neues und vor allem preiswertere Geräte zu bieten haben werden, wird bei der für Anfang 2009 für die USA geplanten Markteinführung zu sehen sein1. Der Zuschauer, der sich TV und Internet ohne eine Set-Top-Box und das womöglich noch für alle Fernseher im Haushalt gleichzeitig wünscht, wird sich noch gedulden müssen. Denn um dem Digital Rights Management (DRM) gerecht werden zu können, ist bis auf weiteres eine zertifizierte Set-Top-Box nötig, obwohl mittelfristig technisch nicht viel gegen eine Integration in Fernsehgeräte spricht.
Ortslos: Unterwegs-TV kommt noch
Aber immerhin: Fernsehen unterwegs ist möglich, HSDPA sei dank. Das ist ein Übertragungsstandard, der auf der UMTS-Technik basiert. Mit Up- und Downlink parallel können Daten mit einer Geschwindigkeit von derzeit maximal 1,4 bzw. 7,2 MBit/s übertragen werden – Tendenz steigend bis zu 14,4 MBit/s in der vorläufig letzten Ausbaustufe. Auch für den Durchschnittsnutzer erschwingliche HSDPA-fähige Handys mit ausreichend großem Display gibt es bereits.
Allerdings kann man Inhalte noch nicht von allen Anbietern deutschlandweit empfangen – der Ausbau der Netze ist noch in vollem Gange. Und: Unterwegs fernsehen ist nicht wirklich IPTV, sondern treffender bezeichnet “Mobile TV“, fehlt ihm doch zum interaktiven, linearen Fernsehen trotz Rückkanal noch eine ganze Menge. Abgesehen davon gibt es ja auch noch DVB-T und DVB-H und mittelfristig MBMS – was sich da nun durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. TV unterwegs kommt also noch, und IPTV mit seinen vielfältigen interaktiven Möglichkeiten wird zunächst im Festnetz stattfinden.
Dann mal los: Spielen
Fehlen noch die IPTV-Möglichkeiten bei den vor allem bei jungen Zuschauern so beliebten, auch tragbaren Spielekonsolen. Wer Kinder hat weiß, wie da die Augen leuchten würden! Das weiß auch Microsoft und gab anlässlich der CES 2008 bekannt, dass in Europa die British Telecom (BT) die Xbox 360 ab Mitte 2008 für ihren auf Microsofts Mediaroom IPTV basierenden Dienst “BT Vision” nutzen wird. Alle Breitband-Kunden der BT sollen dann auch mit der Xbox 360 auf “hunderte von Filmen und tausende Stunden Sportveranstaltungen, Fernsehprogramm, Musikvideos und andere digitale Inhalte” zugreifen können.
Sony hatte Mitte 2007 gemeinsam mit der koreanischen Telefongesellschaft KT angekündigt, in seine Playstation3 IPTV-Zugangsmöglichkeiten einzubauen. Und vom Dritten im Bunde der Großen, Nintendo mit seiner interaktiven Konsole Wii, ist bislang in Sachen IPTV-Aktivitäten noch nichts zu hören. Das Kanäle-Konzept (insbesondere WiiConnect24 als Internetkanal, kostenpflichtig; Internet-Radio ist möglich) dürfte aber IPTV bereits bei seiner Entwicklung fest im Blick gehabt haben. Erfahrungsgemäß ziehen die technischen Entwicklungen der relevanten Marktakteure in mehr oder weniger variantenreichen Modifikationen innerhalb überschaubarer Zeithorizonte gleich. Und davon werden auch die tragbaren Konsolen (Nintendo DS, Sony PSP) profitieren.
Liebe Fernbedienung …
„Mein Fernseher ist mein Internet ist mein Telefon ist mein E-Mail ist mein Bilderrahmen ist mein Videochat ist mein Photoalbum ist meine Briefmarkensammlung ist mein Buchregal ” ist also derzeit noch ein Wunsch. Die Wirklichkeit marschiert je nach Endgerät zwar in mal größeren kleinen Schritten, mal in kleineren kleinen Schritten darauf zu. Aber kleine Schritte sind es immer. Was sich bewähren wird, wann der Nutzer wo welches Gerät einsetzen will und kann, was er bereit sein wird, dafür zu zahlen, was funktional sinnvoll und möglich sein wird – das alles lässt das Thema Konvergenz auch in Zukunft das sein, was es heute noch ist: ein Wunsch, an dem es sich zu arbeiten lohnt.
Und bis es soweit ist, halten wir die Fernbedienung schön fest und machen es uns zwischendrin zur Erholung mal gemütlich. Vielleicht so?
Erholung nein - lieber noch mehr Futter? Bitte:
Trends 2008 auf der Cebit
Internetfähige Fernsehgeräte
T-Home Entertain
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IPTV end user devices in the consumer market - wishes and realities
“My television is my Internet is my telephone is my email is my picture frame is my video chat is my photo album is my stamp collection is my bookshelf.” This is what one IPTV Audience Award participant wants from the television of the future. Put a PC next to the television, hook them together and there’s your media centre. For technical buffs such homemade “PCTVs” exist even today. But television as a do-it-all end user device remains a dream well worth the effort.
Here are some steps along the way to the wireless all-rounder:
According to a recent study carried out by Ericsson, all companies currently active on the market are giving priority to uniform technical standards and the convergence of the various access technologies.At the start of 2009, Google and Matsushita/Panasonic plan to present a jointly developed television. Users are looking forward to a reasonably priced device equipped with significantly more functions. Until now, prices for Internet compatible sets have been high, starting at 1,900 euros. The average consumer, by contrast, is unwilling to pay more than around 600 euros for a new television.
On the middle term there are not many technical obstacles to integrating set-top boxes into television sets. However for the time being a certified set-top box is required to comply with Digital Rights Management (DRM) practices, effectively limiting the “all in one option.”
Television on the move, “mobile TV”, is already possible per HSDPA. With uplinks and downlinks, parallel data can be transmitted at current maximum speeds of 1.4 and 7.2 MBit/s – increasing up to 14.4 MBit/s in the next expansion phase. And with its many interactive possibilities, IPTV will soon be available over the fixed line as well.
As of mid 2008, British Telecom (BT) will use the Xbox 360 for its European “BT Vision” service, powered by Microsoft’s Mediaroom IPTV platform. BT Broadband customers will be able to use the Xbox 360 console to access sporting events, television programming, music videos and other digital content.Together with the Korean telephone company KT, Sony announced in mid 2007 that it would integrate IPTV access into its Playstation3.
Until now, nothing has been heard from Nintendo concerning IPTV activities for its Wii interactive console.
Experience has shown that the technical developments of the relevant market players tend to draw level with each other in more or less varied modifications within a short interval. This goes also for the portable consoles (Nintendo DS, Sony PSP).
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Dieser Beitrag wurde am Freitag, 13. Juni 2008 um 10:15 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Technologie, User abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch das RSS-Feed verfolgen. Sie haben die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog zu senden.
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