Ärgerlich, was gestern den Zuschauern des EM-Halbfinalspiel passierte: Bildausfall! Und das nicht zu knapp. Übertragungstechnisch stand das Spiel der deutschen Mannschaft gegen die türkische unter keinem guten Stern. Der Blackout schlug weltweit zu. Scheinbar war es egal, mit welcher Technologie die Signale letztlich auf die Fanmeilen oder in die Wohnzimmer kamen. Allerdings kann zukünftig in ähnlichen Fällen gerade auch die Übertragungstechnik darüber mit entscheiden, wer weiterschauen kann und wer nicht.
English abstract
Blackout during the semi-finals – Which transmission mode makes television reliable?
Overview: television transmission routes in Germany
Until the mid 1990s it was analogue. Then came the start of digitalisation. Germany plans to discontinue analogue transmission by 2010, and from then on to diffuse television signals solely in digital format.
IPTV has existed for just a few years. It consists of delivering a digital television service using Internet protocol (IP) over newly established fibre optic networks and VDSL.
Technical standards for satellite, cable and by terrestrial transmission (DVB-S, DVB-C, DVB-T) in Germany today are largely determined by the DVB consortium. The technical standards for these transmission modes are highly developed. By contrast, it is still unclear whether IP based transmission will be DVB. So far the corresponding standard (DVB-IPTV) is not as developed as for other transmission routes.
Der Ausfall beim Halbfinale
Tatsächlich handelte es sich gestern um einen unwetterbedingten Strom- und damit Leitungsausfall beim Host Broadcaster der EM in Wien, der weltweit alle TV-Stationen beliefert. Ein solcher Ausfall ist ärgerlich, passiert aber glücklicherweise äußerst selten. Ganz im Gegensatz zu Ausfällen des Satellitenempfangs durch starke Unwetter beim Kunden. Und das kam in letzter Zeit öfter vor. Gerade bei den kleinen Sat-Schüsseln ist das Bild schnell weg. In diesem Fall ist IPTV die bessere Wahl, damit der Zuschauer nicht “in die Röhre” starrt.
Wie beim Kabel ist die Leitung nicht wetterabhängigen Störungen unterworfen. Allerdings basiert die Weiterleitung im Kabel- und IPTV-Netz häufig auf einer Satelliten-Zuführung zur Kopfstation. Diese erfolgt zwar mit “großen Schüsseln”, trotzdem kann es bei starkem Unwetter zu Ausfällen kommen. Die beste - aber teure - Lösung ist die vollständige Übertragung über Erdkabel. Der DVB-T Empfang ist auch bei starkem Regen, Hagel, Schnee und Gewitter überraschend zuverlässig. Nur ist das Programmangebot leider von Region zu Region unterschiedlich und der Kunde muss teilweise auf die privaten Sender verzichten.
Web-TV gefeit? Nein, nur leichter entschuldigt.
Manche würden ihrem PC und einer schlechten Verbindung eher verzeihen als ihrem Fernseher. Aber die Lösung ist das wohl auch nicht, denn gerade bei Live-Sendungen muss man mit der Qualität von Web-TV nach wie vor sehr nachsichtig sein. Nebenbei bemerkt, der gestrige Ausfall beim Halbfinale betraf natürlich auch Web-TV.
Was unterscheidet also das Fernsehen, das wir über Satellit, Terrestrik, Kabel, IP-Leitungen und Mobilfunk empfangen? Um mehr Klarheit in die Vielfalt der Übertragungswege von Fernsehen zu bringen, haben wir alle Infos einmal zusammengetragen.
Übersicht: Die Übertragungswege des Fernsehens in Deutschland
Die Übertragung des Fernsehens in Deutschland erfolgte von der Anfangszeit bis zum Beginn der Digitalisierung Mitte der 1990er Jahre analog. Mittlerweile wird auf den einschlägigen Übertragungswegen vorwiegend digital übertragen. In Deutschland ist geplant bis zum Jahr 2010 die analoge Übertragung abzuschalten und Fernsehen ausschließlich digital zu verbreiten.
Zu den bisherigen Übertragungsarten kam vor wenigen Jahren IPTV hinzu. Dabei handelt es sich um die Übertragung auf Basis des Internet Protokolls (IP) über neu aufgebaute Glasfasernetze und VDSL.
Technische Standards für Satellit, Kabel und Terrestrik (DVB-S, DVB-C, DVB-T) in Deutschland werden heute maßgeblich vom DVB Konsortium bestimmt. Die Standards sind für diese Übertragungswege sehr ausgereift. Im Gegensatz dazu ist für die IP-basierte Übertragung noch nicht klar, ob es unbedingt DVB sein wird. Allerdings ist auch der entsprechende Standard (DVB-IPTV) noch nicht so weit fortgeschritten wie bei anderen Übertragungswegen.
Mehr zu den einzelnen Übertragungswegen über Satellit, Antenne, Kabel, Mobilfunk und IP bringen wir in Kürze in weiteren Beiträgen auf diesem Blog.
Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 26. Juni 2008 um 14:25 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Technologie abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch das RSS-Feed verfolgen. Sie haben die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog zu senden.
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