Interactive TV Award - Blog zum Interactive TV Award der Deutschen Telekom




Erfolg durch Mangel an Alternativen?

Von Ulrich Brünger, Projektleiter Interactive TV Award | Tags: , , , ,

In Frankreich überholt IPTV Kabel beim Pay-TV - Diese Meldung fand ich mal wieder faszinierend, weil ich es nach wie vor erstaunlich finde, dass unser Nachbarland Frankreich in Sachen IPTV so viel weiter ist als wir (auf jeden Fall in Sachen Nutzerzahlen). Bei Hong Kong beispielsweise wundert es mich nicht so sehr, da bei einer dicht besiedelten Stadt mit einer sehr guten FTTH-Versorgung der Erfolg von IPTV quasi auf der Hand liegt.

Frankreich als Flächenstaat hat jedoch ähnliche Voraussetzungen wie wir in Deutschland. Bleibt nur der Unterschied, dass wir in Deutschland eine weltweit fast einzigartige Free-TV Kultur haben und in Frankreich das Kabel scheinbar eine noch geringere Relevanz hat als in Deutschland. Frankreichs Voraussetzungen gibt es in ähnlicher Weise sicherlich auch noch in anderen europäischen Ländern, aber aus keinem anderen Land sind mir solche hohen Kundenzahlen bekannt wie aus Frankreich (auch nicht relativ).

Irgendwie bleibt also die Frage: Ist der Erfolg von IPTV also nur durch extrem schnelle Bandbreiten und mangelnde Alternativen determiniert?

English abstract

Success Due to Lack of Alternatives?
In France, IPTV is overtaking cable for Pay TV. User numbers are much higher than in Germany. The only difference is Germany’s unique free TV culture. Does that mean the success of IPTV is due solely to extremely fast bandwidths and a lack of alternatives?

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Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 17. Juli 2008 um 10:19 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Produkt abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch das RSS-Feed verfolgen. Sie haben die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog zu senden.

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4 Kommentare (Kommentar schreiben?)

  1. 1.- Rolf Hemmerling

    Kommentar vom 18. Juli 2008 um 07:34

    Also ein Unterschied zwischen IPTV und Kabel-TV ist doch, daß man - die Notwendigkeit zu “Lizenzen” wegen Grundverschlüsselung bei Digital-KabelTV mal ausser acht gelassen,

    bei Kabel-TV auch 2-3 “Empfangsgeräte” in einer Wohnung betreiben kann,
    weil die zur Verfügung stehende Bandbreite bei Kabel-TV die gleichzeitige Sendung ALLER Kanäle erlaubt,

    und genau das aufgrund der geringeren Bandbreite bei IPTV prinzipiell NICHT möglich ist.

    Natürlich können 3 Teilnehmer in einer Wohnung bei einem Anschluss gleichzeitig ihre E-Mail checken,
    oder sich eine Webseite ansehen.
    Aber schon ohne T-home-Entertain können nicht alle 3 gleichzeitig Videokonferenz machen ( wegen zu geringer Upload-Bandbreite), und auch das gleichzeitige Saugen von Streaming-Videos ist problematisch - spätestens wenn sie von EINEM Server saugen und der Server EINE IP erkennt, geht die Bandbreite RUNTER.

    Bei T-Home-Entertain wird aber doch die volle Leistung genutzt, um EINEN Kanal zu streamen,
    was gerade bei kommendem HD-TV konsequent wäre es beizubehalten: EIN Kanal in guter Bandbreiten-Qualität, und nicht etwa “4 Kanäle auf MPEG-1-Niveau..”.

    Drum ist mir natürlich unverständlich, wieso IPTV aufgrund des Bandbreitenproblems eine Alternative zu Kabel-TV sein soll.

    Auch preislich.
    Bei unverschlüsseltem Analog-TV kann in einer Wohnung für EINEN Anschlusspreis ( 10 EUR/Monat )mehr als ein Gerät gespeist werden, das jeweils individuell ein Programm abruft.

    Bei IPTV könnte ich mir vorstellen, daß ähnlich wie bei der Digital-KabelTV-Grundverschlüsselung die Grundgebühr von fast 50 EUR für jedes IPTV-Gerät erhoben wird ( natürlich nicht für jeden PC zum E-Mail Checken und Surfen extra !! klar !), ja weil “der Anbieter nix zu verschenken hat”.

    Und drum auch die an sich blöde Idee des “Treffens am Lagerfeuer” von 3Frogs, weil es ja nur für EINEN IPTV-Account reicht und damit nur EIN TV-Gerät zur Verfügung steht…. und damit das Lagerfeuer erzwungen wird.

    Oder sehe ich da was ganz falsch,
    was sowohl die technischen MÖglichkeiten als auch die Geschäftsmodelle betrifft ?

    PS: Bei meiner, angeblich nicht förderungswürdigen Wettbewerbs-Geschäftsidee hätte es die Telekom schaffen müssen, an ein Gebäude z.B. 300.. 1000 IPTV-Anschlüsse zu schalten ( ich sag mal: Privatwohnungs-Hochhaus-Komplex, Krankenhaus oder Hotel), und dabei preislich mit Analog-Kabel-Angeboten ( eben maximal 10 EUR/Monat pro Haushalt/Wohnung, nicht pro Endgerät - und bei gewerblichen Kunden zusätzlich noch ein weiterer hoher Rabatt auf diese Preis) hätte konkurrieren müssen…

    Tja bekommt die Telekom das überhaupt hin ?!
    Jetzt sofort, nicht in 5 Jahren ?!
    Wenn nein, was sagt uns das ?!
    Über IPTV und seine Chancen ?!

  2. 2.- Rolf Hemmerling

    Kommentar vom 18. Juli 2008 um 11:22

    PS: In Frankreich war das Minitel
    http://de.wikipedia.org/wiki/Minitel
    , dem Pendant zum glücklosen BTX ein Erfolg, der Telekom hat’s in Deutschland nicht geholfen…

  3. 3.- Robert Schlabbach

    Kommentar vom 18. Juli 2008 um 18:23

    Die Antwort auf die Frage findet man hier:

    http://www.vnunet.com/vnunet/news/2211690/france-league-own-iptv

    Demnach gab es 2007 in ganz Westeuropa 6,9 Millionen IPTV-Anschlüsse, wovon über 5 Millionen in Frankreich waren. *AAABER* man beachte:

    “attracted more than five million IPTV customers by bundling the service free with broadband.

    While a large proportion of these subscribers may not be paying for additional content”

    Also so kam die Zahl zustande: Bei (fast?) jedem DSL-Anschluss kriegt man in Frankreiche einfach IPTV kostenlos mit drauf. Und da in Frankreich nicht so die Bandbreiten beschnitten werden wie es hierzulande die Telekom tut, gibt es vermutlich auch deutlich mehr Anschlüsse, welche die erforderliche Mindestbandbreite haben.

    Das könnte in Deutschland auch noch kommen: Die Telekom plant bereits die Umrüstung des alten ATM-basierten ADSL-Netzes auf ein modernes Ethernet-Netz mit IP-DSLAMs. Dann müsste man das nur noch mit dem für IPTV aufgebauten MediaNet verbinden und schon wäre jeder Telekom DSL-Anschluss in Deutschland prinzipiell ein IPTV-Anschluss - real müsste man allerdings mindestens einen 5-6Mbps Anschluss haben. Aber auch da ist ja Abhilfe in Sicht mit RAM, was bei der Telekom schon seit Monaten im Pilottest ist und im 4. Quartal eingeführt werden soll.

    So einfach geht das also, ganz ohne Kundenakzeptanz oder Zahlungsbereitschaft: Einfach die Bestandskunden ans IPTV-Netz hängen. Und dann wäre Deutschland wohl mit einem Schlag die #1 beim IPTV in Westeuropa, weit vor Frankreich. Dass nur ein winziger Bruchteil der Kunden das Angebot überhaupt nutzt, spielt ja keine Rolle…

  4. 4.- Rolf Hemmerling

    Kommentar vom 19. Juli 2008 um 07:27

    Dann passt mein Vergleich vom für den Kunden “kostenlosen” französischen Minitel zum “überteuerten” BTX um so mehr….

    und die Telekom wird’s auch diesmal sicher vermasseln…. wetten ?

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