Nicht viele Themen zum interaktiven Fernsehen erregen die Gemüter so wie Mitmachfernsehen (nicht zu letzt auch in unserem Blog; siehe Kommentare). Vielfach mündet die Diskussion in Totschlagargumente: 9live als Negativ-Beispiel und dann der Vorwurf, dass am Ende des Tages alle Mitmach-Formate so “enden” und der Zuschauer nur “abgezockt” werden soll.
English abstract
Interactive TV – Bad in itself?
The idea of interactive TV has triggered an intensive debate. Is there more to it than a mere rip-off?
An example with development potential is the way in which viewers are integrated into Who Wants to be a Millionaire?Useful Objectives?
Inspiration to interact is provided by the pre-school Dora the Explorer programme – with the proviso that interaction is not yet really possible in this series.
What would an interactive “Sendung mit der Maus”, a German children’s TV series, be like?No Go Without Feedback
TV programmes with any claim to editorial quality already rely on viewer feedback or integration. It is sure to increase with instant messaging on a TV platform or with special applications on IPTV platforms.
Do you know of any interesting variations on interactive TV?
Meiner Meinung nach ist dies jedoch zu kurz gedacht. Zum einen sieht nun mal nicht jeder Zuschauer den ganzen Tag nur “arte”, sondern es gibt auch Zielgruppen, die ihr Glück bei Formaten wie denen von 9live finden. Warum sollten diese nicht auch (mit den neuesten Technologien) bedient werden?
Abgesehen davon gibt es viele andere positive Beispiele, wie unterhaltsames Mitmachfernsehen aussehen kann. Die Einbindung der Zuschauer bei “Wer wird Millionär?” ist beispielsweise schon sehr fortgeschritten und ich bin mir sicher, dass es alleine dort in den nächsten Jahren (hoffentlich nicht zuletzt auch durch unsere Plattform) noch vielfältige Möglichkeiten in Sachen Interaktion Zuschauer/Format geben wird, die sicherlich eine große Masse an Zuschauern interessieren wird. Und für Plattheit steht “Wer wird Millionär?” nun wirklich nicht …
Nützliche Ziele?
Mitmachfernsehen, das nützliche Ziele unterstützt? Ein paar Inspirationen dazu bietet auch das Vorschul-Programm „Dora the Explorer“. Ich sage Inspirationen - denn „Dora” täuscht Interaktion durch direkte Ansprache und eingebaute Pausen nur vor. Und so mancher deutsche Vorschul-Pädagoge hätte wahrscheinlich auch noch Vorschläge zur inhaltlichen Verbesserung des US-Formats. Aber immerhin animiert „Dora” Kinder zum Mitraten, zur Bewegung vor dem Fernseher und zum Singen und Mitrufen. So geht es etwa darum, Bagger, Planierraupe, Kran oder Eiswagen richtig auszuwählen, um bestimmte Aufgaben zu lösen. Oder die jungen Zuschauer müssen „Dora” und ihre Freunde durch möglichst lebhafte „Hoch”-Rufe sicher über einen Krokodilsee lotsen. Wie würde wohl eine interaktive „Sendung mit der Maus” aussehen?
Ohne Feedback geht schon heute nicht
Darüber hinaus werden auch kommunikative Aspekte bzw. die Integration von Zuschauer-Informationen sicherlich wichtiger. Schon heute kommt doch eine redaktionell hochwertige Sendung kaum ohne Zuschauer-Feedback bzw. Integration aus. Und hier werden die Varianten noch enorm zu nehmen durch beispielsweise Instant Messaging auf einer Fernsehplattform oder spezielle Applikationen von IPTV-Plattformen.
Daher würde ich mich interessieren, wo Sie schon gute und interessante Varianten von Mitmachfernsehen sehen oder sich noch vorstellen können.
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