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Wir Zuschauer sind einfach anspruchsvoller geworden

Von Team Interactive TV Award | Die Funktion ist deaktiviert.

Olympia hat viele auf den Geschmack gebracht. Internet- und Handy-Fernsehen werden in den USA als Kandidaten fürs Siegertreppchen gehandelt. Viele Sportfans wollten Wettkämpfe sicher einfach nicht um vier Uhr nachts sehen, sondern zu einem bequemeren Zeitpunkt. Aber die Diskussion über Uhrzeiten ist zu simpel. Olympia hat schon jetzt gezeigt, dass wir Zuschauer uns fernsehtechnisch nicht mehr über einen Kamm scheren lassen. Und die Fernseh-Anbieter haben ganz schön zu straucheln, um das hinzubekommen.

Wählerische Olympia-Gucker sind nicht nur die Amis, sondern auch die Deutschen. 90 Stunden Videos im Monat sollen wir unsnach ganz aktuellen Zahlenschon reinziehen, online wohlgemerkt. Schauen, wann der Sender es will, tut man also hier wie da tendenziell nur noch widerstrebend. Auch der BITKOM ließ kürzlich fragen und mehr als die Hälfte der Antworter wünschten sich zeitversetztes Fernsehen.

Die sind ja mit Fernsehen übers Internet und am PC bestens bedient, könnte man meinen. Zu dumm, dass fast ebenso viele auch eine entsprechende Bildqualität wollen - auch ein Ergebnis der BITKOM-Studie. Wieder spielt Olympia es vor: Web-TV kann Ansprüche ab einem gewissen Level einfach nicht bedienen. Zeitversetzt war schön, aber die ruckelnde Streams haben so manchen Zuschauer genervt.

Was wollen wir also wirklich? Doch um vier Uhr nachts aufstehen, ist die Antwort in der nächsten Story. NBC hat die Eröffnungsfeier der olympischen Spiele zeitversetzt übertragen, zur besten Sendezeit. Leider war das nun eben nicht live. Nicht wenige Olympia-Begeisterte haben es dem Sender übel genommen, standen trotzdem nachts auf und ließen ihre schnellen Internetleitungen heiß laufen. Es gab ja Peer-to-Peer-Piraten, die das bombastische Schauspiel live im Netz anboten, ohne NBC im Boot.

NBC ärgerte sich, doch ein Fehler war die Entscheidung aus der Sicht des Senders nicht. NBC stand vor dem Dilemma: Entweder ich bringe das Event live oder ich verdiene daran. Beides gemeinsam ging nicht, denn Werbegelder in gewinnträchtiger Höhe gab es eben nur zur Primetime. So ist es eben.

Zeitversetzt und live und scharfe Bilder und daran verdienen. Zuschauer wollen das alles, und Fernsehanbieter müssen es bieten können. Mal sehen, vielleicht wird’s was zur nächsten Olympiade, mit echtem IPTV.

Wie sieht es bei Ihnen aus: Haben Sie Olympia übers Web geschaut? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 19. August 2008 um 11:48 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Technologie, User abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch das RSS-Feed verfolgen. Sie haben die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog zu senden.

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Ein Kommentar (Kommentar schreiben?)

  1. 1.- Alexandra Evers

    Kommentar vom 21. August 2008 um 14:46

    Ich muss sagen, was ARD und ZDF zu Olympia im Web bieten ist gar nicht mal so übel.

    ARD und ZDF stellen sowohl ihre Live-Übertragungen als auch Zusatzmaterial online. So kann ich die Spiele im Live-Stream überall und jederzeit verfolgen – es bedarf nur einer halbwegs schnellen Internetverbindung oder einer UMTS-Datenkarte. Sicher leidet das Internetfernsehen noch an ein paar Kinderkrankheiten: Manchmal ruckelt’s und das Bild ist schon arg pixelig, dann hat die Übertragung den Charme vom letzten Geburtstagsvideo meiner Oma. :-)
    Aber das ist mir eigentlich egal, deswegen bin ich nicht genervt, für mich gilt das Motto: „Dabei sein ist alles!“

    Ich will schliesslich nur auf dem Laufenden bleiben, ab und an eine Zeitlupe geniessen und das Feeling mitbekommen, wenn mal wieder ein Sportler, vom Schicksal gebeutelt ;-), Gold gewinnt. Und dafür braucht’s nicht „High Definition TV“. Will ich unbedingt die „grossartige Eröffnungsfeier“ (O-Ton Deutsche Welle) gucken, dann kann ich es ja wie die Amis machen (NBC lässt grüssen), bis zur Primetime warten und die gute alte Flimmerkiste einschalten.

    Das Internetfernsehen kann zwar, meiner Meinung nach, das klassische Fernsehen (noch) nicht ersetzen – Spass macht’s trotzdem, besonders im Büro…. :-)

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