Dieneue Roland-Berger-Studieist nur einaktueller Höhepunkt in der Dauerbrenner-Diskussion. Das Thema Web-TVderzeit wieder mal in aller Munde, und es gibt gute Gründe dafür:
Dabei teile ich die Meinung, dass Web-TV mittelfristig eine ernstzunehmende Konkurrenz werden wird zu dem, was derzeit an Etabliertem auf dem Markt zur Verfügung steht. Derzeit wird aber wahrscheinlich ein Großteil dieser Formate (wenn nicht fast 100 %) über den PC genutzt.
Aber es gilt auch: PC ist gut, TV ist besser: Wie bringen wir Web-TV endlich auch ins Wohnzimmer?
Olympia hat dem Fernsehen übers Internet einen nie dagewesenen Boom beschert. Aber Fernsehen am PC lässt einfach kein Couchfeeling aufkommen. Daher ist die Frage jetzt aktueller denn je und gerade wieder heiß diskutiert: wie bekomme ich das Web-Fernsehen auch auf meinen Wohnzimmer-Fernseher?
Denn um richtig erfolgreich zu sein, wird auch Web-TV nicht umhin können, das Wohnzimmer zu erobern. Und hier stellt sich für mich eine zentrale Frage: Wie wird dies geschehen? Werden es Modelle wie sein wie:
Erfolgreich wird nur sein können, was den Kunden größtmöglichen Komfort und attraktive Inhalte bei kleinen Preisen verspricht.
Aber, was meinen Sie? Was wird erfolgreich sein bzw. welche Technik wird sich durchsetzen?
Bin gespannt auf Ihre Meinung -hier im Blog oder vielleicht sogar beieinem spannendenGespräch auf unserem Entwicklertreffen am 29. August auf der IFA.
Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 27. August 2008 um 12:10 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Technologie, User abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch das RSS-Feed verfolgen. Sie haben die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog zu senden.
Du musst dich einloggen, um kommentieren zu können.
1.- Carsten Höh
Kommentar vom 06. September 2008 um 13:23
Hallo Herr Brünger,
Dass Web-TV in Kürze nicht mehr nur vom PC sondern auch bequem von Fernseher aus geschaut werden wird, steht für mich ausser Frage. Ähnlich sehen es ja auch Branchengrössen wie der BBC-Chef Mark Thompson. Zitat: “Das lineare Fernsehen und Radio wird zwar noch einige Jahrzehnte vorhanden sein. Aber die Leute wollen Inhalte zunehmend selbst suchen und dann konsumieren, wenn sie es wollen und wünschen” (siehe auch http://www.golem.de/0809/62148.html).
Web-TV geniesst ja bereits jetzt regen Zuspruch – aktuellen Studien zufolge Tendenz stark steigend. Ich würde es mir auch auf den Fernseher wünschen – bequem mit der Fernbedienung zu bedienen. Das Publikum ist bestimmt vorhanden – aber die Wege mit denen sich Web-TV vom PC auf den Fernseher Zaubern lässt sind für den Otto-Normalverbraucher momentan noch etwas zu kompliziert, um einen echten Massenmarkt erreichen zu können.
Aber die Berichterstattungen zur IFA machen ja Hoffnung (http://www.digitalfernsehen.de/news/news_405716.html). Neben Panasonic (http://www.digitalfernsehen.de/news/news_404657.html) steht unter anderem auch Philips (http://www.broadbandtvnews.com/?p=7612) in den Startlöchern. Beide Hersteller haben auf der IFA Fernseher mit integriertem Web-TV-Interface vorgestellt, die genau Ihren oben erwähnten Anspruch erfüllen: 1 Gerät für konventionelles Fernsehen und Web-TV. Der Nutzer braucht sich also nur an eine Menüführung zu gewöhnen und kann das komplette Programm aus beiden “Welten” bequem von der Couch aus steuern und geniessen
Fraglich bleibt dabei dann natürlich nur, wie updatefähig diese Geräte dann sein werden – die Technik und Formatvielfalt schreitet ja auch im Bereich des Web-TV in rasenden Schritten voran. Ob das Aufspielen aktualisierter Soft- und Firmware bei diesen Fernsehern wohl genauso bequem von Statten geht, wie bei einer IPTV Set-Top-Box? Hmm … da bin ich ja mal gespannt.
2.- Rolf Hemmerling
Kommentar vom 14. September 2008 um 11:38
Ich glaube, dass ein Teil der IPTV-Branche die falsche Vorstellung hat, dass der Kunde Medien
“bequem von dem Fernseher”
konsumieren möchte, also in 3-4 Meter Entfernung,
im bisherigen Wohnzimmer mit seiner Geometrie die dies zulässt.
Internet wird in Armlänge konsumiert,
also das Gerät steht mit Tastatur AUF dem Tisch,
der Bildschirm ist hochauflösend, die Schrift “darf” relativ klein sein wegen der geringen Entfernung.
Eine Fernbedienung ist völlig überflüssig weil es ja vollwertige Funktastaturen und Funkmäuse gibt ( und gern eine Funkmaus die ohne glatte oberfläche funkt, warum nicht )
Dadurch ändert sich aber das Konsumverhalten,
und dadurch wird z.B. der Telekom-Ansatz überflüssig.
Und wenn “im Internet” halt gelegentlich mal Video/TV gezeigt wird, dann wird man sich doch nicht deswegen 3-4 Meter wegsetzen vom Gerät ?!
Sondern so weiterkonsumieren wie man es beim Internet-Surfen getan hat…
Grüsse
Rolf Hemmerling
3.- Rolf Hemmerling
Kommentar vom 14. September 2008 um 11:45
So wie beschrieben
“Betrieb in Armlängen-Entfernung”
werden aber Notebooks
oder eben Desktop-PCs mit Flachbildschirmen genutzt,
nicht ein TV-Gerät mit mieserabler Bedienung und Auflösung,
um das sich, um einen der kläglichen, aber “weitergekommenen” Teilnehmer zu zitieren,
sich mehrere Generationen ( Alte, Eltern, Kinder..), die in einem Haus leben, wie um ein Lagerfeuer scharren.
Neee.. jeder will natürlich seinen eigenen Bildschirm ( und wegen Ton-Sosse sollten dann Kopfhörer/Headsets genutzt werden ).
Schon seit den 1970er Jahren ist es doch der Wunsch der Kinder, einen EIGENEN Fernseher zu bekommen, WARUM WOHL ?
Weil es dann SELBER BESTIMMT was läuft.
Und heute läufts halt eben “in Armlänge”, so dass das TV-Gerät überflüssig wird….
Grüsse
Rolf Hemmerling
4.- Carsten Höh
Kommentar vom 20. September 2008 um 11:00
Also ich würde die beiden Welten schon recht gerne auf dem TV-Gerät im Wohnzimmer geniessen können. Für mich macht es einen deutlich Unterschied, ob ich mich bei der Arbeit am PC eine kurze Auszeit nehme und mir ein paar Web-TV Inhalte zu Gemüte führen, oder ob ich richtig abschalten will. In letzterem Fall sitze ich dann auf jeden Fall lieber ganz bequem auf der Couch und geniesse das Programm auf dem grossen HD-TV-Gerät. Den Tatort geniesse ich jedenfalls nicht am PC sondern am TV-Gerät. Und da würde ich halt auch gerne Inhalte aus dem Web anschauen, interaktive Inhalte und Zusatzinformationen zum laufenden Programm abrufen und mit anderen “Zuschauern” interagieren können.
Die Eingabemöglichkeiten via Fernbedienung können dabei zwar nicht mit dem Komfort einer PC-Tastatur mithalten – aber wer weiss, vielleicht kommt so etwas ja auch noch für die IPTV-Box. Für die Xbox und andere Konsolen gibt es solche Eingabemedien ja auch – warum also nicht beim IPTV? Oder warum nicht gleich per Sprachsteuerung über das Headset oder mit von der angeschlossenen Webcam abgelesenen Gesten – das wäre doch auch ganz nett
5.- Rolf Hemmerling
Kommentar vom 21. September 2008 um 08:52
Was macht man in einem Wohnzimmer, wo in 3-4 Metern Entfernung ein TV Gerät steht,
aber kein Internet-Anschluss da ist
und alle wenn man was sagt, raunen
“pschhhht, ich verstehe nicht was im TV läuft”.
Das Wohnzimmer ist ein uncooler Ort, Kinder möchten ihn spätestens ab dem Erhalt eines eigenen TV-Geräts ( ? 8 Jahre ) und Internet-PCs ( ? 12 Jahre ? ) so weit wie meiden wie es geht.
Und ganz ehrlich.
Was ist eine öde Fernbedienung gegenüber einer vollwertigen Funk-Tastatur mit Funk-Maus ( die man wie eine Fernbedienung auch ohne Auflage bedienen kann, wie z.B. diese neue Präsentations-Maus von Microsoft )?
Wollen wir “simsen” um am TV-Bildschirm was einzugeben?
Ohgott Bewahre !
Grüsse
Rolf