Interactive TV Award - Blog zum Interactive TV Award der Deutschen Telekom




IPTV-Mythen für Anbieter oder solche, die es werden wollen

Von Ulrich Brünger, Projektleiter Interactive TV Award | Die Funktion ist deaktiviert.

Kürzlich habe ich wieder einen interessanten Diskussionsbeitrag zum Thema “Falsche Annahmen über IPTV” gelesen, den ich wirklich unterhaltsam fand und der einen erfrischend anderen Blick auf das Thema IPTV geworfen hat. Der Artikel ist ein guter PR-Coup des Video Distribution-Anbieters BitBand, in dem es darum geht, einige Mythen über IPTV zu korrigieren bzw. eine andere Meinung zu haben.

Was ich allerdings trotz der Denkanstöße schade finde: dass auch in den Widerlegungen nicht immer wirklich klar wird, auf welchen Fakten oder Annahmen diese beruhen und wie glaubhaft der BitBand-Standpunkt am Ende wirklich ist.

Diese Mythen will BitBand widerlegen:

  1. Content is hard to get. Without premium content, my service will not sell.
  2. It will take time until IPTV becomes a viable revenue generator.
  3. Uptake and growth is limited to developed markets, such as Western Europe. It will take many years for emerging markets to catch up.
  4. Providing VOD/Pay-TV is good enough. Why do I need complex technologies for offering additional IPTV services?
  5. I will have to invest in costly components for sufficient storage of content.
  6. Smaller players cannot deploy IPTV. It is too complicated to select and integrate the various components and technologies to create a complete solution.
  7. When my service grows, I will have to rebuild my network to support additional POPs/subscribers.
  8. Only telcos can deploy and offer IPTV.
  9. I can’t gain from advertising revenues as I serve a smaller area.
  10. When delivering content over IP, video and viewing quality is “best effort” level.

Beispielsweise ist die Entgegnung zu These 2 ziemlich unpräszise. Dass die Zeit von IPTV kommen wird, ist klar. Einfach mal sagen, investiert vorsichtig und seht mal, wie es wird, ist aber zu leicht. Der Aufbau und Betrieb von IPTV mit hohen Ansprüchen an Quality of Service verursacht nun einmal hohe Kosten. Folglich will jedes Telekommunikationsunternehmen, das eine solche Plattform betreibt, so schnell wie möglich auch Umsätze generieren. Da sind solche Aussagen wie die in These 2 doch ganz schön schwammig und es fehlt eine quantifizierte Untermauerung - wie auch immer diese ausfallen mag.

Auch die Widerlegungen der Thesen 5, 6 und 8 zusammengefasst kommen etwas kühn daher. Ich will nicht behaupten, dass nicht auch andere Unternehmen als die aus der Telekommunikationsbranche IPTV-Plattformen etablieren können; ich kann aber nur sagen, dass der Aufbau einer IPTV-Plattform wie der von T-Home Entertain sowie der dazugehörigen Infrastruktur anspruchsvoller ist, als BitBand in seinen Ausführungen vermuten lässt.

Aber bilden Sie sich Ihre eigene Meinung.

Dieser Beitrag wurde am Freitag, 05. September 2008 um 12:31 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Medienwelt abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch das RSS-Feed verfolgen. Sie haben die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog zu senden.

« Zum vorherigen Beitrag - Zum nächsten Beitrag »


Ein Kommentar (Kommentar schreiben?)

  1. 1.- Onlineproxy

    Kommentar vom 31. März 2010 um 08:23

    also dass ip-tv die zukunft gehört ist wohl unbestritten.
    bis es aber wirklich den markt erobert und herkömmliches ablöst, wird es noch ein bisserl dauern denke ich.

Du musst dich einloggen, um kommentieren zu können.