Während das “Fernsehen der Zukunft” in jüngster Vergangenheit von allen großen Telekommunikationsunternehmen angepriesen wird, sprechen die Zahlen nur bedingt von einer Verbreitung des IPTV. Gerade einmal 300 000 Deutsche holen sich ihre Sender per IPTV auf die Mattscheibe - und das bei 20 Millionen Haushalten in Deutschland. Ist das nun gut oder schlecht?
Studie: Weltweit Wachstumsraten von 500 Prozent
Vielen Deutschen - auch in meinem Umkreis - entlockt das Wort IPTV bislang nur ein müdes Schulterzucken. Sie wissen nicht viel bis gar nichts über das Fernsehen via Internet. Jetzt doch prophezeit eine Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger den Durchbruch des Internetfernsehens -und das angeblich bald: Das Nischendaseins für IPTV ist vorüber, der Kampf gegen das gute alte Kabel/Satteliten-Fernsehen hat begonnen. 2007 schauen weltweit schon 10 Millionen Abonnenten IPTV. Verglichen mit mehreren hundert Millionen Telekommunikationskunden verschwindend wenige, aber mit einer Wachstumsrate von 500 Prozent. Das behauptet zumindest die Roland Berger-Studie. Und 2010 sollen es bereits 60 Million IPTV-Nutzer sein-.warten wir es ab!
Deutschland: IPTV-Verweigerungshaltung - warum?
Doch was ist der Grund für die deutsche Verweigerungshaltung gegenüber dem “Fernsehen der Zukunft”? Denn: Sieht man nach jenseits der deutschen Grenzen, erkennt man deutlich mehr Nutzer von IPTV-Angeboten als hierzu Lande. Der Zuwachs ist signifikant höher bei unseren Nachbarn: Frankreich kann knapp dreieinhalb Millionen IPTV-Abonnenten verzeichnen, Spanien 510 000 und Belgien immerhin auch noch 350 000 Kunden. Roland Berger macht für die geringe Zuwachsrate in Deutschland die Marktstruktur verantwortlich: Unsere Nachbarn haben nur wenige kostenlos empfangbare Fernsehsender (in Frankreich sind es beispielsweise nur sechs) und auch keine flächendeckende Versorgung mit Kabelanschlüssen. Das ist in Deutschland anders: Die meisten der sehr zahlreichen Fernsehsender können kostenlos empfangen werden, Gebühren fallen hier nur die Infrastruktur des TV-Empfangs generell an. Ein zusätzliches kostenpflichtiges Angebot wie etwa T-Home Entertain mit ca. 50 Euro scheint da auf den ersten Blick einfach (noch) überflüssig zu sein - ganz im Gegensatz zu den 30 Euro, die vergleichbare Angebote in Frankreich kosten. Geiz ist geil - und DAS ändert sich erst langsam….
Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 25. September 2008 um 15:28 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie User abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch das RSS-Feed verfolgen. Sie haben die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog zu senden.
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