„So etwas haben Sie im Fernsehen noch nie gesehen”. CNN Moderator Wolf Blitzers Ankündigung eines neuen Fernseh-Gimmicks zum Auftakt der Wahlberichterstattung, hat seit Dienstag ein reges Echo in den Medien und Blogs ausgelöst. Das gepriesene „Hologramm” der Korrespondentin Jessica Yellin traf dort auf viele geschüttelte Köpfe, aber auch manche, die begeistert schon viel weiter dachten.
Wenn sich Moderatoren mit weit entfernten Korrespondenten unterhalten, so erscheinen die bislang auf einem großen Studio-Bildschirm, wo sie das Weiße Haus oder den Eifelturm im Rücken haben. Yellin schien jedoch in der Wahlnacht mitten im Studio zu stehen, auf einem roten Fleck am Boden, verglich sich selbst mit einer frisch gebeamten Prinzessin Leia, und war doch wirklich in einem anderen Studio in Chicago. 35 komplex gesteuerte HD-Kameras umschwirrten sie dort, erzählte sie. Viele Kommentare darauf fielen, na ja, distanziert aus - eine kleine Auswahl:
Zu dem Urteil beigetragen hat sicherlich die unausgereifte Qualität der Pioniertechnik. Sie ließ Yellin zu einer blauumrahmten Erscheinung werden, deren Gesichtszüge sich in manchen kurzen Augenblicken bizarr verzerrten. Auf den Punkt brachte es aber wieder Blitzer, der seine Gesprächspartnerin selbst nicht sehen konnte, als er sagte: „ Sie sind mindestens 1000 Meilen weit weg, aber es sieht so aus, als seien sie wirklich hier.” Schön zu wissen, dass wir so geschickt und aufwändig getäuscht worden sind. Ob wir das in Zukunft eher wollen werden?
Aber bevor wir es vergessen: Wie steht es eigentlich um das Interaktivitätspotenzial dieser Technik? Manche fanden’s toll und denken weiter.
Dieser Beitrag wurde am Samstag, 08. November 2008 um 08:14 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Technologie abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch das RSS-Feed verfolgen. Sie haben die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog zu senden.
1.- Carsten Höh
Kommentar vom 09. Dezember 2008 um 16:28
Hologramme gibt es mittlerweile sogar schon fürs Wohnzimmer – und zwar in Form eines schlicht aber stilvoll designten Würfels (www.holocube.eu). Bisher ist das Ganze aber leider nicht mehr als eine schicke Dekoration, da das Hologramm ja lediglich innerhalb des Kastens bestaunt werden kann. Bis wir interaktive Anwendungen, wie das aus Star Wars bekannte Holo-Schach zu Gesicht bekommen, wird vermutlich noch ein bisschen Zeit vergehen