Wird 2009 das Jahr der Dritten Dimension? Zur Zeit häufen sich die Meldungen darüber, wie und wo die Filmstudios und Fernsehsender in 3D-Technik investieren.
So kündigt Dream Works sein neuestes Animations-Werk “Monsters vs. Aliens” in neuer 3D-Technik an. Die Kinozuschauer sollen ab April 2009 mit verbesserten Brillen und ausgefeilteren Effekten mitten hinein ins Filmgeschehen rutschen. Bereits im Sommer hat das Studio bekannt gemacht, dass es in Zukunft ausschließlich 3D-Produktionen kreieren wird. Sie werden auf Intel-Technik basieren und unter dem Label “InTru 3D” vermarktet.
Im Juli 2009 wird “Ice Age 3 - The Dawn of the Dinosaurs” in digitaler 3D-Qualität versuchen, die Kinosäle zu füllen. Der Trailer in HD-Qualität steht schon jetzt in der Trailergalerie vonApple.
Aber nicht nur bei Animationsfilmen sollen die Zuschauer tiefer in die Filmwelt eintauchen. Disney veröffentlichte vor wenigen Wochen seine Strategie, einen Fokus der Produktion auf 3D-Spielfilme für Imax-Kinos zu setzen. Für die nächsten Jahre sind 3D-Neuerscheinungen wie “Toy Story 2″ und “Alice in Wonderland” (mit Johnny Depp) geplant.
Was steht hinter dem neuen 3D-Hype? Sicherlich die große Sorge um die kleiner werdenden Zahlen der Kinobesucher. Eine attraktive neue Technik könnte hier die Trendwende einläuten. Aber sind die Kinos überhaupt entsprechend ausgestattet? Die aktuelle Liste der 3D-Kinos der c’t ist erschreckend kurz: in Deutschland zählt sie gerade 30 Säle.
Der nächste Schritt der Etablierung von 3D ist der Einzug in den Privathaushalt: Der US-Sender Fox kündigt die erste dreidimensionale Übertragung eines Football-Spiels im Rahmen der Consumer Electronics Show in Las Vegas an. Für die breite Nutzung dieses Angebots müssen aber auf dem Markt Geräte zu kaufen sein, die die Qualität dieser teuer produzierten Inhalte auch wiedergeben können. Ob der Genuss der Effekte die Kosten für diese neue Ausrüstung letztendlich wert ist, bleibt noch die Frage. Und dann gibt es da noch diese lästige Finanzkrise, die an allen Ecken Investitionen blockiert…. da kommen Zweifel auf: Die bereits öfter angekündigte 3D-Revolution wurde auch früher schon immer wieder verschoben.
Dieser Beitrag wurde am Montag, 29. Dezember 2008 um 09:00 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Medienwelt, User abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch das RSS-Feed verfolgen. Sie haben die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog zu senden.
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1.- Carsten Höh
Kommentar vom 13. Januar 2009 um 22:20
Ob sich 3D-Filme durchsetzen oder nicht, kann wohl momentan niemand vorhersagen. Die Hersteller scheinen jedenfalls grosses Interesse daran zu haben und arbeiten mit Hochdruck an neuen Techniken und Standards. Die Firma TDVision hat auf der CES z. B. einen 3D-Codec angekündigt mit dem dreidimensionales Fernsehen in Full-HD-Qualität (1.920×1080) über SAT, Kabel, eine XBox , DLP-Projektoren oder auch Blu-ray Medien angeschaut werden kann (http://satundkabel.magnus.de/messen/artikel/ces-2009-neuer-codec-fuer-hochaufloesendes-3d-fernsehen-und-blu-ray.html).
Panasonic beschreitet unterdessen ebenfalls neue 3D-Pfade und versucht das Heimkino mit einem speziell auf Blu-ray Disks zugeschnittenen Verfahren zu revolutionieren. Entsprechende Fernsehgeräte und Projektoren sind für 2010 angekündigt (http://www.golem.de/0901/64402.html).
Laut einer zur CES durchgeführten Umfrage scheint das Interesse am 3D-Heimkino nicht nur bei Herstellern, sondern auch bei den Zuschauern enorm zu sein (http://satundkabel.magnus.de/artikel/ces-2009-3d-spielfilme-und-fernseher-bei-zuschauern-beliebt.html). Die Hälfte aller Befragten, würde sich gerne zuhause 3D-Filme anschauen und knapp ein Drittel geht sogar davon aus, dass dies bereits in den nächsten 2-3 Jahren möglich sein dürfte.
Das die Techniken bis dahin verfügbar sein werden denke ich zwar auch … aber ob sie sich wirklich durchsetzen? Neben den Anschaffungskosten für den 3D-tauglichen Fernseher oder Projektor würde mich vor allem eines abschrecken: die 3D-Brille, die bei fast allen vorgestellten Techniken als Voraussetzung für den “räumlichen” Filmgenuss vorausgesetzt wird. Ob ich mich damit anfreunden könnte, kann ich mir momentan nicht wirklich vorstellen. Für den einmaligen Filmgenuss im Kino vielleicht schon … aber zuhause? Wohl eher nicht!