Stimmt diese Gleichung? Aus technischer Sicht ist die Entwicklung klar vorgezeichnet: IPTV wird die klassischen Empfangsgeräte nach und nach ablösen, weil es einfach mehr kann (zum Beispiel Übertragungsraten, Rückkanal). Früher oder später werden eben nicht mehr x Leitungen in jeden Haushalt geführt werden, sondern sämtliche Informationen fließen zentral über eine Leitung.
Die Kosten-Nutzen-Vorteile solch einer Lösung liegen auf der Hand. Doch wird sich dieses Szenario auch in der wirtschaftlichen Realität durchsetzen?
Oft genug schon ist in der Vergangenheit nicht die ausgereifteste, fortschrittlichste Technologie übrig geblieben sondern diejenige, deren Marktangang von einem oder mehreren Stakeholdern optimal angetrieben wurde.
Also frage ich mich: Wer treibt die Entwicklung in diesem Fall? Drängen die Internetprovider und Content-Anbieter auf den TV-Markt? Oder die Fernsehhersteller und -sender in Richtung Internet?
Letzteres scheint mir wahrscheinlicher, weil sich eben schon heute die Verhältnisse umgekehrt haben: Die meisten Menschen jenseits der 50 verbringen mehr Zeit mit dem Web als mit dem TV. Jugendliche haben eher einen PC als einen eigenen Fernseher. Und in der Regel auch einen eigenen Online-Zugang.
Somit müssen die klassischen Medien reagieren, wenn sie die Menschen künftig noch erreichen möchten. Eine Öffnung der “closed box” TV scheint unvermeidbar, wenn auch künftige Generationen angesprochen werden sollen. Dann werden diejenigen übrig bleiben, die diesen Trend rechtzeitig erkennen und den Weg mitgestalten. Das Konzept IPTV könnte dieser Weg sein, im Augenblick zeigt sich mir jedenfalls keine Alternative.
Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 04. Februar 2009 um 10:25 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Medienwelt, User abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch das RSS-Feed verfolgen. Sie haben die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog zu senden.
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