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Das schönere Fernsehen dank HDTV – doch wer kann es empfangen? Und was darf das Vergnügen kosten?

Von Carsten Höh, Team Interactive TV Award | Tags: , , , , , , , , , ,

Die Vorfreude war groß - ARD und ZDF sendeten die Leichtathletik WM erstmals für die breite Masse in HD-Qualität. Doch dann die Ernüchterung - ein Großteil der Zuschauer konnte das Programm trotzdem nur in altbekannter SD-Qualität betrachten. Denn mit einem HDTV-fähigen Fernsehgerät ist es in den meisten Fällen beim besten Willen noch nicht getan.

Zum Empfang von HDTV reicht ein HD-Fernseher nicht aus

Die Leichtathletik WM galt lediglich als Testlauf für die HD-Übertragung. Der flächendeckende Start für die Ausstrahlung von HD-Fernsehinhalten ist von den öffentlich rechtlichen Sendeanstalten erst für 2010 geplant. Wer dann allerdings wirklich in den Genuss des hochauflösenden Fernsehens gelangen will, der benötigt mehr als einen HD-tauglichen Flachbildfernseher. Welche Hardwareanforderungen für den HDTV-Empfang benötigt werden, hängt dabei nicht zuletzt von der Empfangsart ab.

Unterschiedliche Übertragungswege = Unterschiedliche Voraussetzungen

Wer sein Fernsehen über Kabel oder Satellit empfängt, benötigt neben einem HDTV-Gerät zwangsläufig auch noch einen HD-tauglichen Receiver. Beim SAT-Empfang kommt hinzu, dass einige Privatsender planen, ihr HD-Material kostenpflichtig in verschlüsselter Form auszusenden, sodass der Receiver hier nicht nur HD-tauglich sein, sondern auch noch dem neuen HD+-Standard entsprechen und mit einem so genannten CI-PLUS Interface ausgestattet sein muss - einer Weiterentwicklung der bisher z. B. für Premiere, Sky oder anderen Bezahlfernsehanbietern genutzten Kartenlesegeräte zur Entschlüsselung des Empfangssignals. Nutzer von DVB-T schauen hingegen buchstäblich in die Röhre, denn auf diesem Wege ist in näherer Zukunft prinzipiell noch kein HDTV-Empfang möglich. Und auch wenn Eigenlob stinkt - beim Empfang via IPTV gestaltet sich die Sache doch deutlich einfacher, da zumindest die zum Entertain Paket gehörige Set-Top-Box von Haus aus alle Voraussetzungen für den Empfang von hochauflösendem Fernsehen mitbringt. Einfach anstöpseln und fertig! Einzige Grundvoraussetzung: Der Internetanschluss muss genug Bandbreite für den HDTV-Empfang bieten und zumindest dem VDSL-Standard entsprechen.

Der Pocket-Guide HDTV hilft

Da viele Zuschauer aufgrund dieser technischen Anforderungsvielfalt mittlerweile völlig verunsichert sind, wurde im Rahmen der IFA in Berlin eine Neuauflage des ‘Pocket-Guide HDTV’ verteilt, die den Verbrauchern die Technik und die Voraussetzungen für den Empfang des hochauflösenden Fernsehens in leicht verständlicher Form näher bringt. Nach dem Ende der IFA steht der 16 Seiten umfassende Ratgeber nun auch als kostenloses PDF-Dokument zur Verfügung. Eine Downloadmöglichkeit finden Sie hier:
http://www.tv-plattform.de/images/stories/pdf/2009pocketguide_hdtv.pdf

Und hier sind neben dem ‘Pocket-Guide’ auch noch weitere Hilfestellungen zu den Themen HDTV und digitales Fernsehen zu finden:
http://www.gfu.de/go/gfu/home/download/ratgeber.xhtml

Schöne neue HDTV-Welt - aber was würden Sie dafür zahlen?

Bei all den technischen Anforderungen stellt sich mir natürlich die Frage, wer sich den hochauflösenden Fernsehspaß im Endeffekt wirklich leisten will? Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen ihr HD-Programm kostenlos ausstrahlen. Aber setzen die großen Privatsender ihr Vorhaben durch, muss sich der Zuschauer nicht nur einen neuen HD+-tauglichen Receiver zulegen, sondern zusätzlich auch noch eine monatliche Abogebühr für den Empfang des Fernsehangebots berappen. Kommen wir damit dem amerikanischen System immer näher? Wird mit der HDTV-Einführung vielleicht sogar Schritt-für-Schritt das Ende des kostenlosen TV-Empfangs in Deutschland eingeläutet? Was meinen Sie? Wären Sie bereit für das schönere Fernsehen zu zahlen? Und wenn ja, wie viel?

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Dieser Beitrag wurde am Freitag, 11. September 2009 um 15:00 Uhr veröffentlicht und unter der Kategorie Technologie abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch das RSS-Feed verfolgen. Sie haben die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog zu senden.

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2 Kommentare (Kommentar schreiben?)

  1. 1.- Robert Schlabbach

    Kommentar vom 18. September 2009 um 02:16

    Eine Grundvoraussetzung wurde aber unterschlagen: Der jeweilige Signalanbieter muss die kommenden HD-Sender auch EINSPEISEN, denn sonst nützt das tollste Empfangsgerät rein gar nichts.

    Und gerade die Deutsche Telekom AG ist ihren Entertain-Kunden bis zum heutigen Tag die Einspeisung des seit über einem Jahr im Regelbetrieb sendenden “arte HD” schuldig.

    Also nichts mit “Einfach anstöpseln und fertig!”, davon kommt das nicht eingespeiste HD-Programm leider nicht auf den Fernseher.

    Und dann gibt’s da noch eine vom Empfangsweg unabhängige kleine Hässlichkeit: Die unterschiedlichen Formate, die ÖR mit 720p, die anderen mit 1080i. Denn zwischen Empfangsgerät und Fernseher wird üblicherweise nur eines der Formate fest eingestellt, also sieht man entweder die ÖR doch mit Interlacing, oder die anderen nur mit reduzierter Auflösung. Einige Hersteller von Empfangsgeräten haben zwar schon ausprobiert, beim Senderwechsel ggf. das Format umzuschalten, aber Dank HDCP dauert der Formatwechsel zwischen Empfänger und TV mehrere Sekunden, ist also nicht praxistauglich.

    Aber eine mögliche Lösung gibt es noch: “IDTV”, HD-Fernseher mit eingebautem HD-Empfangsteil, also DVB-C oder DVB-S2, mit CI Schacht. Da diese Geräte intern direkt mit dem Bildschirm verbunden sind, könnten die auch den Formatwechsel in Sekundenbruchteilen vollziehen, sodass alle HD-Sender in bester Qualität angezeigt werden.

    Und dann ist IPTV doch wieder im Hintertreffen, weil es eben keine IDTVs mit IPTV-Empfang gibt…

  2. 2.- Carsten Höh, Team Interactive TV Award

    Kommentar vom 18. September 2009 um 12:30

    Hallo Herr Schlabbach,

    Dass die HD-Signale auch eingespeist werden müssen, um empfangen werden zu können, steht natürlich außer Frage. Arte HD bietet mir mein Kabelnetzbetreiber momentan aber auch noch nicht. Warum kann ich nicht sagen – das steht wohl auf einem anderen Blatt Papier ;-) Davon abgesehen konnte ich über DVB-C bei mir Zuhause auch die Leichtathletik WM nicht in HD empfangen, weil der Kabelbetreiber es verpennt hatte, die Sender ins Programmpaket zu packen. Über Entertain via VDSL war der Empfang der HD-Übertragung hingegen sehr wohl möglich.

    Zu meiner “einstöpseln und fertig” Anmerkung stehe ich auch weiterhin. Denn ist der HD-Sender eingespeist, dann brauch ich beim IPTV wirklich nichts weiter tun, als die STB an den Fernseher anzuschließen und das gewünschte Programm auszuwählen. Fertig! Das Problem mit den unterschiedlichen HD-Ausstrahlungsformaten der Sender besteht ja für alle Übertragungswege und ist nicht IPTV spezifisch. Wobei ein von 1080i auf 720p (oder umgekehrt) umgerechnetes Bild ja immer noch deutlich besser auf dem Bildschirm erscheint als das altbekannte SD-Signal. Finde ich jedenfalls ;-)

    Bei den CI-Kartenlösungen von Kabel und Sat wird die Sache meiner Ansicht nach hingegen deutlich komplizierter als beim IPTV. Das beginnt ja schon beim Receiver- bzw. Fernseherkauf. Da weiß man vorher selten, ob das im Laden gefundene Wunschgerät auch vom Kabelbetreiber meines Vertrauens zertifiziert und für dessen Netz als erwünscht eingeordnet wurde. Wenn nicht, dann gucke ich hinterher ziemlich dumm aus der Wäsche. Und angesichts der geplanten Einschränkungen einiger Privatsender, die mithilfe der neuen CI -Technik dafür sorgen wollen, dass ich nicht mal mehr die Werbung in meinen aufgezeichneten HD-Sendungen überspringen kann, weiß ich nicht, ob mir dieses Konzept wirklich behagt ;-)

    Liebe Grüße,
    Carsten Höh

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