Interactive TV Award - Blog zum Interactive TV Award der Deutschen Telekom




Interactive TV Award, hol mich hier raus!

08. Februar 2011, 14:11 | Von Klaus Greiber, Projektleiter Interactive TV Award

Wie schon letztes Jahr kurz vor der finalen Jury-Entscheidung haben wir letzte Woche einige der Finalisten besucht und uns die Anwendungen angeschaut. Bei den Treffen haben wir - mein Kollege Christian Jaisczok vom Produktmanagement und ich - mit den Finalisten-Teams gefachsimpelt, Tipps zur Präsentation vor der Jury gegeben - und natürlich unsere Neugier befriedigt:

Interactive TV Award, hol mich hier raus!
Auf meinen eigenen Fotos erkennt man immer nix, daher hat meine Redaktion eins aus der Datenbank geholt. Nicht optimal, aber es passt zur Sonne in der Wüste von Abu Dhabi (siehe unten), zur Erstürmung des Interactive-TV-Olymps oder dazu: Hilfe, ich bin eine passive Couch-Potato, Interactive TV Award, hol mich hier raus! (siehe ebenfalls unten)

Wie werden denn nun die Anwendungen aussehen, die die Jury zu sehen bekommt? Welche Leute stecken hinter den Ideen? Und was machen sie, wenn sie nicht zufällig an einem Innovationswettbewerb der Deutschen Telekom teilnehmen?

Wir waren in Hamburg, in Köln und - per Videokonferenz - in Denver. Wir haben Sport-TV gesehen, Community-TV und Shopping-TV. Und wir haben Favoriten gesehen - äh, sagen wir mal: Demos auf Favoritenniveau. (Wie sind dann erst die, die wir noch nicht gesehen haben?)

Beim Team von sevenload in Köln haben wir mit der Projektmanagerin, den zuständigen Kollegen aus der Kreativ-Abteilung und der Technik eine sehr produktive Diskussion geführt - darüber wie interaktives Fernsehen zukünftig aussehen wird. Irgendwie haben wir uns vor allem am Beispiel Dschungel-Camp aufgehängt. Wir waren uns ziemlich einig, dass das sehr schön gezeigt hat, wie stark Zuschauer darauf abfahren, sich interaktiv über Inhalte auszutauschen. Gemeint sind die vielen Twitter-Feeds, die parallel zur Sendung liefen, und dazu die Diskussionen auf Facebook und in Foren aller Art. Unser Fazit: Hilfe, ich bin eine passive Couch-Potato, Interactive TV Award, hol mich hier raus!

Mit unserem US-Team von Delivery Agent in Denver haben wir am nächsten Tag sehr praktisch gelebt, wie TV uns im Arbeitsalltag helfen kann. Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten funzte die Video-Konferenz und wir konnten die dortigen Kollegen von Marketing und Technik sehen und hören. Sie gaben uns eine spannende Präsentation ihrer TV-Shopping-Anwendung auf dem PC-Emulator. Auch German Autobahn und Maßkrügen im Allgemeinen und Besonderen (bzw. deren Content) waren Agendapunkte gewidmet.

Am Freitag klopften wir schließlich noch bei TeraVolt an. Wir vermuteten oder hofften, dass die Kollegen dort bei unserer Ankunft schon den Champagner geschüttelt hätten - passend zu ihrem Wettbewerbsbeitrag der “Interaktiven Formel 1″. Anstattdessen gab es leider Hamburger Schietwetter zum Empfang. Allerdings schien dann in der Wüste von Abu Dhabi die Sonne, bei der Präsentation des Formel-1-Showcases. Wir waren beeindruckt - und vergaßen den Dauernieselregen.

Kurz und gut: wir haben echte Favoriten gesehen und die Jury-Sitzung kann kommen und spannend werden. Die Teams fiebern und feilen (mit roten Ohren) weiter an der Dramaturgie ihres Jury-Pitchs. Wir wünschen allen - auch denen, die wir nicht besucht haben - viel Erfolg und freuen uns darauf, sie am Freitag zu treffen!

Klaus GreiberKlaus Greiber, Projektmanager für den Telekom Interactive TV Award, schätzt an seiner Aufgabe die Abwechslung und die strategische Komponente. Er organisiert und steuert den Wettbewerb. In seinem Twitter-Account outet er sich außerdem als sportbegeisterter Fan österreichischer Motorräder und des Kölner Karnevals.

Selbstfahrer-Kitzel

02. Februar 2011, 09:47 | Von Klaus Greiber, Projektleiter Interactive TV Award
Award Log / Formel-1-Fans verspricht das Konzept des “Entwickler”-Finalisten TeraVolt aus Hamburg individualisierbaren Fernsehspass. Klaus Greiber, Projektleiter des Interactive TV Awards, sieht darin einen Reiz und eine Herausforderung.

Ich mag Fahren, vor allem wenn ich hinter dem Lenker sitze. Da finde ich es nur logisch, der hochtourigsten aller Fernseh-Sportarten mehr von diesem Selbstfahrer-Kitzel zu geben: der Formel 1. Die Fernseh-App des Hamburger Finalisten TeraVolt will genau das - und scheut dafür auch keine Extra-Aufwände.

Unabhängig von ihrer Teilnahme am Interactive TV Award, arbeiten die Spezialisten für interaktives Fernsehen übrigens schon seit der Konzeptionsphase bei der Interaktiven LIGA total! auf Entertain mit der Deutschen Telekom zusammen. Wie sie mir erzählt haben, sieht das jetzt im laufenden Betrieb ungefähr so aus: Während die Fans in den Stadien johlen, ist es an den Bundesliga-Samstagen unter den Redakteuren in den TeraVolt-Büros im Schanze-Viertel erstaunlich still. Das vielköpfige Team der Redakteure hat viel zu tun, zum Beispiel Live-Ticker und Zusatzinfos aktualisieren. Oder Tore zu Ereignisalarmen machen, die den Zuschauern zu Hause sagen: Hallo, bei der Begegnung, die du gerade auf deinem Konferenzschirm kleingezoomt hast, passiert gerade Entscheidendes!

Im Vergleich zu einem Fußballspiel dürfte ein interaktiv begleitetes Formel-1-Rennen noch weit mehr verschiedene Kameraperspektiven benötigen. Denn die Hamburger Entwickler möchten dem Zuschauer ermöglichen, von der Überblick-Berichterstattung wahlweise auch in die Pilotenkapseln der Fahrer oder zu den spektakulärsten Szenen entlang der gesamten Rennstrecke zu springen. Das TeraVolt-Konzept ist gut zu den Fans, setzt aber auch einen hohen Produktionsaufwand voraus. Das kann spannend werden, wenn es an die Umsetzung geht.

“Interaktive Formel 1″ von TeraVolt (Hamburg), Finalist in der Kategorie “Entwickler”

Die “Interaktive Formel 1″ der Hamburger Firma TeraVolt richtet sich an Fans von Schumi, Vettel & Co. Diese folgen mit der Anwendung wahlweise ihren Lieblingsfahrern in der Autopilot-Perspektive oder behalten im Konferenz-Modus die Übersicht über alle Titelkandidaten und Renn-Highlights auf der Strecke. TeraVolt hat bereits für die Produktion der interaktiven LIGA total! auf Entertain Idee und Konzeption geliefert und leistet das Producing sowie die Redaktion im aktuellen Betrieb.

Wie funktioniert die interaktive Formel 1?

Das Hamburger Team verspricht Motorsport-Fans, die Formel 1 in ganz neuen Nutzungsszenarien: Sie sehen immer ihren Lieblingsfahrer und sind keiner Gesamtregie ausgesetzt, oder können im Racemodus den Kampf 1 gegen 1 verfolgen. Sie sehendie Schlüsselkurve oder andere kritischen Rennpunkte im Alertmodus. Alles was Zuschauer dazu brauchen, ist die Fernbedienung.

Ebenfalls auf Knopfdruck gibt es zusätzliche Informationen: Wiederholungen der spektakulärsten Szenen, die wichtigsten Echtzeit-Statistiken oder die Spezialisten-Details des Profi-Modus. Weiteres Extra ist eine Tipp-Funktion, über die Formel-1-Fans auf den Ausgang des Rennens wetten.

Technischer Hintergrund

Ähnlich wie die LIGA total! für Fußballfans nutzt die “Interaktive Formel 1″ die dynamischen Präsentationsmöglichkeiten der Mediaroom-Plattform, etwa die komplexe Bild-im-Bild-Darstellung, die unterschiedliche Kamera-Streams integriert. Letztere werden durch eine aufwändige Produktion vor Ort auf der Rennstrecke zur Verfügung gestellt.

Die interaktive Formel 1 verspricht TV-Motorsport ohne Bremse. Denn im Vergleich zum Status-Quo der Rennberichterstattung muss der Motorsport-Fan mit der Interaktiven Formel 1 nicht mehr fürchten, durch Werbeblöcke oder Einheitsberichterstattung etwas zu verpassen. Szenen seiner Favoriten kann er jederzeit wiederholen oder aus Perspektiven mit ungesehener Intensität nacherleben. Hintergrund-Infos ruft er zwischendurch ein - sobald seine individuelle Spannungskurve sinkt und es gerade passt.

Klaus GreiberKlaus Greiber, Projektmanager für den Telekom Interactive TV Award, schätzt an seiner Aufgabe die Abwechslung und die strategische Komponente. Er organisiert und steuert den Wettbewerb. In seinem Twitter-Account outet er sich außerdem als sportbegeisterter Fan österreichischer Motorräder und des Kölner Karnevals.

Bei Tastendruck Kauf

19. Januar 2011, 10:34 | Von Klaus Greiber, Projektleiter Interactive TV Award
Award Log / Der Wettbewerbsbeitrag der Medientechnologie-Firma “Delivery Agent” aus den USA dreht sich um das Einkaufen aus dem laufenden TV-Programm heraus. Klaus Greiber stellt die “Contextual Shopping” App vor. Dahinter steht eine nicht ganz einfach zu meisternde Aufgabe.

ENGLISH abstract below

Fernseh-Shopping führt eher ein Nischendasein. Es spielt sich ab auf spezialisierten Shopping-Kanälen oder zu Tageszeiten, zu denen die angepriesenen Produkte keine allzu wachen Käuferblicke mehr fürchten müssen. Einen ganz anderen Ansatz verfolgt “Contextual Shopping”, der Wettbewerbsbeitrag unseres “Entwickler”-Finalisten “Delivery Agent” aus Denver. Er holt Fernseh-Shopping aus der Nische dorthin, wo der Bär tanzt: ins laufende Programm.

Allerdings klingt Einkaufen während der Show oder Lieblingsserie zwar einfach und nahe liegend, aber es ist bisher gar nicht so einfach umzusetzen. Schuld daran sind vor allem mangelnde Standards und Herausforderungen bei der Bedienung.

Denn wie bringt man Sender, Plattformbetreiber, Händler und Inhalte-Produzenten so unter einen Hut, dass man Angebote in großem Maßstab ins laufende Programm lancieren kann? Wie verknüpft man sie im jeweils passenden Kontext und macht Zuschauer auf die Angebote aufmerksam? Wie genau sieht außerdem eine intuitive (Fern-)Bedienung dafür aus? Alles Fragen, auf die man eine stimmige Antwort finden muss.

Umso spannender wird es, wenn Finalist Delivery Agent seine Lösung als umfassenden “Enterprise”- Ansatz vorstellt, der die gesamte Einkaufskette von der Beschaffung bis zur Auslieferung abdeckt und dem Zuschauer nahtloses Shopping-Vergnügen verspricht.

“Contextual Shopping” von Delivery Agent (Denver), Finalist der “Developer”-Kategorie

Wie wäre das, wenn man das Fan-T-Shirt seiner Lieblingsfernsehshow direkt am Bildschirm kaufen könnte - noch während man sie ansieht? Mit der “Contextual Shopping” App, die die US-Medienfirma Delivery Agent beim Wettbewerb eingereicht hat, können Zuschauer mit ihrer Fernbedienung Produkte einkaufen, die mit dem gerade laufenden Programm, mit dem Sender, mit den Folgen einer Serie oder mit speziellen Events direkt etwas zu tun haben oder zu deren “Kontext” passen. Delivery Agent Inc. (http://www.deliveryagent.com/) hat seinen Sitz in Denver und ist spezialisiert auf digitale Einkaufsumgebungen.

Wie funktioniert die “Contextual Shopping” App?

Zuschauer shoppen mit ihrer Fernbedienung, indem sie einfache numerische Kurz-Codes eingeben. Das Interaktionsmodell nutzt beim interaktiven Fernsehen übliche und bereits optimierte Verfahren und vorrangig die Navigation mit den Tasten Auf/Ab/Links/Rechts/Wählen. Beim Einkaufen können Kreditkarten verwendet werden, da das Handels- und Transaktionsverfahren den Standards der Kartenindustrie entspricht.

Technischer Hintergrund

Das Einzigartige an dem Konzept, so die Finalisten aus Denver, ist das Shop-System. Es ermöglicht kontextbezogenes Einkaufen und liefert die Infrastruktur für eine durchgängige E-Commerce-Erfahrung, inklusive Produktbeschaffung, Warenhaus, Verkauf und Bestellung, Lieferung und exklusive Handelsrechte für 40 Sender und Top-Handelspartner. Die “Contextual Shopping” App ist als durchgängige Lösung angelegt, die auf einer Vielzahl von Betriebsplattformen ausgerollt werden kann.

In Summe macht das Konzept das Einkaufen für Fernsehzuschauer bequem, indem es die Shopping-Erfahrung direkt zum Kunden bringt, anstatt es ihm zu überlassen, sie andernorts zu suchen - ein umfassender Ansatz, der Betreibern, Handels- und Content-Partnern zusätzliche Einnahmen verspricht.

ENGLISH

“Contextual Shopping” by Delivery Agent (Denver), finalist in the “Developer” category

How about buying the fan T-Shirt of your favorite TV show right when you are watching it? The Contextual Shopping App submitted by Delivery Agent allows viewers to use their TV remote control to shop for products that are directly related or contextual to their favorite Networks, Programs, Episodes and Special Events. Delivery Agent Inc. (http://www.deliveryagent.com/) is a US-based media company specializing in digital shopping environments.

How does the Contextual Shopping app work?

Viewers shop right from their TV using their remote control using simple numeric short code entries. The interaction model utilizes interactive TV best practices and primarily the “up/down/left/right/select” navigation method. Consumers can buy e.g. using their credit cards, as commerce and transaction processing are compliant with the payment card industry standards.

Technical background

According to the finalist from Denver, what is unique about this concept is the merchandising engine that drives the contextual nature of the application and the infrastructure that supports an end-to-end ITV commerce experience - product sourcing, warehousing, merchandising, ordering, fulfillment and exclusive commerce rights for 40 broadcasters and top programmers. The Contextual Shopping app is designed to be a comprehensive solution that is deployable across a number of Operator platforms.

In sum, the concept makes buying convenient for TV viewers, bringing the shopping experience to the customer, instead of having the customer seek out that shopping experience elsewhere - a comprehensive approach that will bring additional revenue to operators, programmers and content partners as well.

Klaus GreiberKlaus Greiber, Projektmanager für den Telekom Interactive TV Award, schätzt an seiner Aufgabe die Abwechslung und die strategische Komponente. Er organisiert und steuert den Wettbewerb. In seinem Twitter-Account outet er sich außerdem als sportbegeisterter Fan österreichischer Motorräder und des Kölner Karnevals.

IPTV-Standards marktreif, aber doch zu spät? - In Singapur ist man schon weiter

12. Januar 2011, 10:42 | Von Achim Brueck, Interactive TV Award - Kommunikation
Zugeschaltet / Standards sind eine wesentliche Voraussetzung für ein interaktives Fernsehangebot, bei dem sich Technologie, Inhalte, Geschäftsmodelle und Bedienerfreundlichkeit optimal ergänzen. Andere Länder sind hier mitunter weiter als Deutschland - zum Beispiel Singapur, wo Blog-Autor Oliver Friedrich als Projektleiter selbst bis vor Kurzem an der Weiterentwicklung von IPTV-Standards mitgewirkt hat.

Standardisierungsbemühungen zielen darauf ab, die existierende Zersplitterung aufzulösen - im Endgerätemarkt, bei der Bereitstellung von Inhalten, bei der Erstellung von Applikationen und beim rechtlichen Schutz der Inhalte.

In Singapur ist man mit IPTV-Standards schon weiter.
Bunter, schneller, verfügbarer: In Singapur ist man mit IPTV ein Stück weiter.

Mangelnde Standards erschweren die Orientierung für die Verbraucher und erhöhen die Kosten für die Anbieter. Die Uneinheitlichkeit hat zum Beispiel in Singapur bei der Rechtevergabe im TV dazu geführt, dass Fußball-Inhalte lediglich im Kabelnetz, nicht aber per IPTV oder über andere Wege empfangbar waren.

Mit dem Ziel der Harmonisierung beschäftigen sich seit 2005 namentlich große Standardisierungsgremien wie DVB, ETSI, ITU-T, das Open IPTV Forum und für hybride Dienste auch HbbTV. Zunächst ging es dabei um interaktives digitales Fernsehen auf Basis von DVB Standards (DVB-C/-S/T) und seit einiger Zeit auch über das Fernsehen über die Datenleitung - IPTV. Ziel ist die Vereinheitlichung der Grundlagen für IPTV-Dienste und -Plattformen, aber auch für entsprechende Endgeräte wie Fernsehern und Set-Top-Boxen.

Kommen Standards zu spät?

Sicher ist, dass einige IPTV-Standards derzeit schon vor ihrer Markteinführung ad absurdum geführt zu werden drohen: Namentlich durch so genannte Over-The-Top-Lösungen (OTT), die in vielen Standards nur am Rande Erwähnung bzw. gar keine Berücksichtigung finden. Hierbei werden die Inhalte ohne Qualitätsgarantien über das Internet übertragen. Dazu gehören etwa Google TV oder die amerikanische On-Demand-Plattform Hulu.

Erst die Kombination von IPTV und OTT-Diensten - und nicht eine Technologie alleine - kann jedoch viele Dienste für ein vernetztes Leben und Arbeiten wirklich komfortabel anbieten: zum Beispiel einen Netzwerk-Videorekorder, die Nutzung von Anwendungen und Profilen über verschiedene Geräte hinweg oder integrierte Telefoniedienste.

Standards für IPTV - etwa die des Open IPTV Forums - bieten Integration von OTT-Diensten und die Verbindung mit gemanagten Diensten quasi noch obendrauf. Hier lassen sich qualitativ hochwertige Fernsehstreams, live oder on demand, mit Online-Angeboten optimal kombinieren. Man denke nur an eine Mediathek eines Video-on-Demand-Anbieters, der nicht übers Internet streamen muss, sondern dessen hochwertige HD-Inhalte über die IPTV-Plattform laufen - mit gesicherter Datenübertragungsrate und entsprechender Qualität. Ein anderes Beispiel ist auch die Ergänzung dieser TV-Streams mit dem Austausch über Social Media wie Facebook.

Ich denke, 2011 wird das Jahr der konvergenten Dienste mit einer Mischung aus OTT und hochwertigen Managed-Network-Angeboten.

Der Nutzen offener Standards

Ziel standardisierter Lösungen im Detail ist es, Barrieren abzuschaffen und Kosten zu sparen - und zwar gleichermaßen für Anbieter und Nutzer. Auch für die Entwicklergemeinde haben offene Standards Vorteile, wenn es darum geht, möglichst breit an der Entwicklung und Bereitstellung von Apps zu partizipieren. Als Nachteil einheitlicher Lösungen werden einzelne Akteure gegebenenfalls empfinden, dass Unterscheidungsmerkmale gegenüber Wettbewerbern wegfallen.

Insbesondere geht es bei der Standardisierung um folgende Punkte:

  • Den Zugang zu IPTV-Angeboten und Diensten durch eine standardisierte IPTV Anbietererkennung (IPTV Service Provider Discovery) zu erleichtern
  • Einheitliche Umgebungen für Applikationen zu schaffen, zum Beispiel auf Basis von Web-Technologien
  • Den Schutz von Inhalten und Diensten zu vereinheitlichen - durch einheitliches Digital Rights Management (DRM) oder gesteuerte Zugänge (Conditional Access Mechanismen).

Singapur - weltweiter Vorreiter bei IPTV-Standards

Weltweiter Vorreiter bei der tatsächlichen Implementierung von Standards für IPTV und interaktiven IPTV-Diensten ist Singapur.
Singapur hat in den letzten Jahren seine Netzinfrastruktur stark ausgebaut. IPTV-Lösungen können daher auf das durch den Staat mitfinanzierte Fiber-To-The-Home-Netz mit Bandbreiten von bis 1 Gbit zurückgreifen.

Derzeit fordert der Stadtstaat im Rahmen des sog. NIMS-Projektes (Next Generation Interactive Multimedia Applications and Services) Hersteller von IPTV-Lösungen dazu auf, ein auf offenen Standards basierendes IPTV-System aufzubauen. Besonderer Augenmerk liegt hierbei auch auf der Kombination des IPTV-Netzes mit Over-The-Top-Lösungen sowie digitalen Bürger-Services des Staates.

Beispielsweise könnte ein solcher E-Governmental Service in einem OTT-Bürgerportal bestehen, das man mit hochwertigen Video-Inhalten und einer sicheren Authentifizierung über die IPTV-Plattform kombiniert.

Im Rahmen einer ersten Machbarkeitsstudie zeigten Mitglieder von zwei Gremien, namentlich der ITU-T und das Open IPTV Forum, dass IPTV-Standards Marktreife erreicht haben. Details dazu gibt es in den entsprechenden Pressemitteilungen des OIPF vom 7. September sowie des ITU-T vom 27. Juli 2010.

Es bleibt abzuwarten, wie das Projekt in Singapur als Keimzelle für die Etablierung von IPTV-Standards dienen kann und ob ein bestimmter Standard Durchsetzung findet.

Wer mehr technische Details haben möchte, dem empfehle ich einen Blick in meine Präsentation auf dem Fraunhofer FOKUS Media Web Symposium vom 5. November 2010.

 

Oliver Friedrich…

Oliver Friedrich- ist seit Oktober 2010 Projektleiter für IPTV Themen bei T-Systems International und war von April bis August 2010 für das Open IPTV Forum (OIPF) als Gesamtprojektleiter und Repräsentant für die erste OIPF-Machbarkeitsstudie in Singapur verantwortlich. Oliver arbeitet derzeit an Themen rund um die Plattform von Entertain, des IPTV-Angebots der Deutschen Telekom.

Virtuelle Couch, reales Zuprosten

05. Januar 2011, 10:45 | Von Achim Brueck, Interactive TV Award - Kommunikation
Award Log / Fernsehen mit Freunden - darum geht es beim Wettbewerbskonzept des “Freestyle”-Finalisten Oliver Caron.

Ähnlich wie das Konzept unseres Finalisten sevenload, will Oliver Caron Freunde über das Fernsehen zusammenbringen - unabhängig von ihren tatsächlichen Aufenthaltsorten, auf einer virtuellen Couch.

Entertain TV Together

Einen entscheidenden Unterschied gibt es allerdings. Denn “Entertain TV together” lässt die Freunde nicht allein mit sich und einem netten, aber auf die Dauer vielleicht etwas trockenen Chat-Client. Der eigentliche Clou besteht darin, dass jeder Teilnehmer sich per Web-Cam zuschalten und die anderen Buddies ebenfalls sehen kann.

Ein Public Viewing am realen Stadtstrand mit Grill und allem Drumunddran ersetzt das natürlich nicht. Wenn´s damit aber mal nicht klappt, bräuchte man mit der TV-App des Mediengestalters aus NRW trotzdem nicht darauf zu verzichten, einander zuzuprosten und gemeinsam Spass zu haben.

“Entertain TV together” ist ein Konzept aus unserem “Freestyle”-Wettbewerb und wird daher vor der Realisierung noch einige technische Hürden nehmen müssen. Aber zu unserem Wettbewerbsmotto “Fernsehen, wie wir leben” und zu IPTV passt er einfach: der Gedanke, Fernsehen und Bild-Telefonie-Elemente zu integrieren, und das auch noch in zuverlässig hoher Qualität.

Entertain TV Together

“Entertain TV together” von Oliver Caron (Ratheim), Finalist der Kategorie “Freestyle”

Der Wettbewerbsbeitrag des jungen Mediengestalters und Freiberuflers Oliver Caron möchte Menschen vor dem Fernseher vernetzen. Dazu gehören Formen des Austausches, wie sie über das Internet bereits lange möglich sind - zum Beispiel der Chat. Besser noch wäre freilich die Gelegenheit, dass man sein Gegenüber live sieht und direkt mit ihm spricht.

Wie funktioniert Entertain TV together?

Ein Fußballspiel, so der IPTV-Vordenker aus dem nordrhein-westfälischen Ratheim, schaut man am besten gemeinsam mit Freunden. “Entertain TV together” macht das möglich, auch wenn diese einmal nicht zu Besuch kommen können. Dazu lädt man ein paar Freunde von der Entertain-Buddy-Liste ein, die das Angebot einfach nur bestätigen müssen. Public Viewing, wie man es 2006 zur FIFA Weltmeisterschaft kennen und lieben gelernt hat, nun auch auf dem Fernseher!

Die Teilnehmer des “Social Viewing” benötigen lediglich eine Webcam - und schon überträgt “Entertain TV together” Live-Bilder aus den verschiedenen Wohnzimmern direkt auf den aufgeteilten Fernseh-Bildschirm der anderen. Die verschiedenen Streams lassen sich nach Belieben vergrößern und verkleinern, laut oder stumm schalten. Nach Wunsch kann man miteinander chatten oder direkt sprechen. Diese Funktionen stehen auch beim Fernsehen auf einem mobilen Endgerät zur Verfügung. Einer Live-Schaltung aus dem Stadion steht also nichts mehr im Wege.

In ihrer Integration von Fernsehen, Telefonie und Online-Diensten ist das Konzept von “Entertain TV together” so einfach wie vielseitig. Nach Ansicht von Konzepter Oliver Caron entwickelt die Anwendung gerade bei Gruppenevents - vom Fußballspiel bis zur Blockbuster-Show - ihre besondere Stärke. Emotionale Momente mit seinen Freunden auf der ganzen Welt zu teilen steht bei TV Together im Vordergrund.

Achim BrueckAchim Brueck (@achimbrueck) behauptet ja immer, dass er noch nie einen Fernseher gekauft hat. Klar, denn schließlich kann man im Fernsehen der Vergangenheit sein Programm nicht selber machen. Umso mehr freut er sich auf das Fernsehen der Zukunft und über seinen Job, den Interactive TV Award bei allen und jedem bekannt zu machen.


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