Wird 2010 das Jahr des dreidimensionalen Fernsehens?

13. Oktober 2009, 13:10 | Von Carsten Höh, Team Interactive TV Award

Spätestens seit der IFA 2009 in Berlin ist 3D-TV eines der Hauptthemen der Fernsehindustrie. Während Fernsehhersteller Loewe 3D-TV für ein Nischenprodukt hält und vorerst keine 3D fähigen Fernseher herausbringen will, glauben andere, dass sich das dreidimensionale Fernsehen bereits 2010 etablieren könnte und beginnen bereits jetzt damit, entsprechende Geräte auf den Markt zu bringen. Wird 2010 also das Jahr des dreidimensionalen Fernsehens oder nicht?

3D-TV - nur etwas für Gamer und Heimkinoenthusiasten?

Einer der Hersteller, die bereits jetzt schon ihre Hoffnungen auf die neue 3D-Technologie setzen, ist LG. Laut Peter Koch (Product Manager Home Entertainment Strategic Marketing bei LG) nimmt LG dabei zunächst die Gruppe der Gamer und Heimkinoenthusiasten ins Visier. Insbesondere den Gamern verspricht der Schritt in die dritte Dimension ein völlig neues und deutlich intensiveres Spielerlebnis, während Heimkinoenthusiasten bereits in Kürze die ersten Blu-ray Videos in 3D genießen können.

Gelingt bereits 2010 der Durchbruch auf dem Massenmarkt?

Beim Versuch 3D-TV am Massenmarkt zu etablieren, gelten im Prinzip natürlich die gleichen Regeln wie für das interaktive Fernsehen. Damit 3D-TV mehr als nur ein schickes Feature wird, benötigt die Technik zunächst einmal eines: Sender, die auch entsprechendes Material ausstrahlen! Da 3D im Kino bereits als voller Erfolg gewertet werden kann und mittlerweile immer mehr Filme in 3D produziert werden dürfte 2010 eigentlich bereits ausreichend Sendematerial dieser Art vorhanden sein - zumindest in Form von Blu-ray Discs und des Bezahlfernsehens (z.B. per Video-on-Demand). Sind dann genug Zuschauer auf diesen Zug aufgesprungen, sodass sich die Sache auch für die ‘normalen’ Sender lohnt, dürfte dem Siegeszug des dreidimensionalen Fernsehens eigentlich nichts mehr im Wege stehen - vorausgesetzt der Zuschauer spielt mit und kauft sich entsprechendes Heimkino-Equipment.

Aber wollen die Zuschauer überhaupt 3D-TV?

Laut einer Studie sind 64 Prozent der Zuschauer an heimischem 3D-TV interessiert, wobei allerdings die wenigsten bereit sind, dafür horrende Summen in neue Hardware zu investieren oder sich extra einen neuen 3D-tauglichen Fernseher anzuschaffen. Immerhin sind 67 Prozent der Befragten aber bereit für 3D-Filme etwas mehr zu bezahlen, als für die 2D-Version, was ja zumindest hoffen lässt. Ich bin jedenfalls schon mal gespannt, wie sich der Markt entwickeln wird!

Was meinen Sie - wird sich 3D-TV 2010 durchsetzen? Und würden Sie sich dafür extra einen neuen Fernseher anschaffen?

Erleben wir das Fernsehen in Zukunft dreidimensional und interaktiv?

18. September 2009, 16:40 | Von Carsten Höh, Team Interactive TV Award

Wenn man sich die Trends der vergangenen IFA in Berlin und der gerade erst erfolgreich beendeten IBC 2009 (International Broadcasting Conference) in Amsterdam betrachtet, scheint eines sicher: Aus Herstellersicht werden wir das Fernsehen der Zukunft in 3D erleben.

Mittendrin statt nur dabei

Ganz nach dem Motto “mittendrin statt nur dabei”, folgen diesem Trend aber nicht nur die Empfangsgeräte, sondern auch neuartige Fernbedienungskonzepte, mit denen sich das Geschehen auf dem Fernseher mithilfe von Gestensteuerung oder bewegungsempfindlichen Eingabegeräten lenken lässt. Laden diese ‘Aussichten’ nicht gerade dazu ein interaktiv ins Fernsehen einzutauchen?

Das Geschehen mit dem Zauberstab lenken

Stellen Sie sich doch mal Folgendes vor: Sie sitzen auf dem Sofa und betrachten auf dem Fernseher die 3D-Version eines Animationsfilms, wie Pixars aktuellen Kino-Blockbuster ‘Oben’. Dank Ihrer 3D-Brille können Sie (genau wie im 3D-Kino) wirklich tief ins Geschehen eintauchen. Plötzlich klingelt es an der Tür. Anstatt nun auf der mit knapp 30 Tasten belegten Fernbedienung den Pause-Knopf zu suchen (was mit der Brille auf dem Kopf vermutlich gleich doppelt kompliziert wird), nehmen Sie die Fernbedienung einfach in die Hand und zeigen damit auf den Fernseher, woraufhin dort automatisch ein dreidimensionales Menü mit passenden Optionen erscheint. Nun noch den gewünschten Pause-Menüpunkt anvisieren, den einzigen Knopf auf dem ‘Zauberstab’ drücken und das Bild bleibt stehen.

Interaktiv ins Fernsehgeschehen eintauchen – noch Zukunftsmusik?

Klingt gut, oder? Und das Ganze ist aus technischer Sicht noch nicht einmal Zukunftsmusik! Entsprechende Geräte wurden auf den beiden Messen bereits präsentiert: 3D-fähige TV-Geräte, Set-Top-Boxen mit 3D-Menüstruktur, Wii-artige Fernbedienungen für TV-Geräte usw. Allerdings müssen diese noch den Weg zueinander finden - und wenn es nach mir und meinen Wünschen geht, sollte auch das ‘Fernsehprogramm’ mit entsprechenden Inhalten auf diese Technologien abgestimmt werden. Am besten gleich noch im Verbund mit einer Gestensteuerung, wie z.B. das für die Xbox 360 geplante Project Natal, bei dem eine Kamera die Bewegungen des ‘Zuschauers’ abliest und in entsprechende Befehle für das angeschlossene Gerät übersetzt. Was man damit alles anstellen könnte – kaum auszudenken. Das Fernsehen der Zukunft: dreidimensional und interaktiv. Das wäre doch mal was!

Ohne einheitliche Standards kein interaktives 3D-TV?

Die Technik ist also da. Das Problem scheint nur folgendes zu sein: Aktuell kochen alle Hersteller noch ihr eigenes Süppchen. Will man auf dem Fernseher künftig mehr als nur 3D-Kinofilme und -Menüs zu Gesicht bekommen, müssten dazu vermutlich erst einheitliche Standards fürs 3D-Fernsehen und dazugehörige Eingabegeräte geschaffen werden. Anderfalls wird es wohl niemand wagen entsprechende Inhalte zu produzieren, die dann nur von einer kleinen Gruppe von Menschen, die genau das dafür benötigte Equipment des entsprechenden Herstellers besitzen, genutzt bzw. angeschaut werden können. Ist diese Hürde genommen, stände dann theoretisch auch interaktiven 3D-Fernsehinhalten und sonstigen Applikationen nichts mehr im Wege.

Also von mir aus könnte das Ganze schon morgen losgehen – träumen darf man ja ;-) Wobei sich natürlich die Frage stellt, was der Spaß dann kosten wird. Oder was meinen Sie?

Hier noch ein paar Links zum Thema:

Philips: “Kunden und Inhalteanbieter sehr interessiert an 3D”

3D TV is NOT a Set Top Box Running a 3D Graphics UI

Pace debuts 3D set-top box UI

BBC plant Olympische Spiele 2012 in 3D

LG setzt bei Fernsehern auf 3D-Oberfläche und Gestensteuerung

Philips uWand: Zauberstab löst Fernbedienprobleme

Dubai-based ITSthe1 debuts new intelligent remote control app

Endlich! Endlich? Das Ende der herkömmlichen Fernbedienung naht

Und weil sie uns eine mögliche Zukunft so schön vor Augen führt, hier auch noch einmal die
E3 2009: Project Natal Milo Demo (YouTube-Video)
Das Ganze jetzt bitte noch in 3D – dann bin ich rundum zufrieden ;-)

Interaktive ‘Spiel-Filme’ am TV-Bildschirm – so könnte es aussehen

18. August 2009, 09:00 | Von Carsten Höh, Team Interactive TV Award

Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Sie sitzen auf Ihrem Sofa. Auf dem Bildschirm läuft gerade ein nervenaufreibender Thriller. Der maskierte Killer schleicht sich durch die Hintertür ins Innere des Hauses, wo unser nichtsahnender Hauptdarsteller gerade in der Küche mit den Vorbereitungen für sein Candlelight-Dinner mit der schönen Paloma beschäftigt ist. Plötzlich hört er ein seltsames Geräusch, dreht sich um und schaut dem mit dem Messer auf ihn zustürmenden Killer mitten ins Gesicht… Und genau in diesem Moment… STOP… Das Bild friert ein… Allerdings nicht wegen einer Werbeunterbrechung oder technischen Panne… NEIN… Jetzt sind SIE gefragt!

Sie entscheiden, wie es weiter geht…

Anhand des auf dem Bildschirm angezeigten Menüs können Sie mithilfe Ihrer Fernbedienung bestimmen, was der Hauptdarsteller tun soll. Greifen Sie zum Küchenmesser? Versuchen Sie durch das Küchenfenster zu springen? Schreien Sie laut um Hilfe? Von Ihren Entscheidungen hängt es ab, wie die Szene fortgesetzt wird und ob der Film ein gutes oder ein schlechtes ENDE nimmt!

Vom ‘Spielbuch’ zum interaktiven ‘Spiel-Film’

Das dahinter stehende Konzept ist nicht neu. Bereits in den 70er Jahren gab es im Bereich der Fantasy-Literatur eine ganze Reihe so genannter Spielbücher, bei denen Ihnen am Ende eines Kapitels eine für den weiteren Fortgang der Geschichte entscheidende Frage gestellt wurde:

A: (weiter geht’s auf Seite 15)
B: (weiter geht’s auf Seite 18)
C: (weiter geht’s auf Seite 21)

Was allerdings neu ist, dass dieses Konzept nun von Paramount Digital Entertainment in Form eines interaktiven Thrillers namens “Circle of 8” erstmals als Episodenfilm in Studioqualität umgesetzt werden soll. Der Zuschauer kann in diversen Szenen anhand der zur Auswahl stehenden Optionen entscheiden, wie es weiter geht, und bekommt so die Chance sein ganz persönliches Filmerlebnis zu genießen.

Könnte so das interaktive Fernsehen der Zukunft aussehen? Der Tatort läuft und Sie sind der Kommissar … eine verlockende Vorstellung. Oder was denken Sie?

Umsatzeinbußen durch Mediatheken

23. Oktober 2008, 07:00 | Von Team Interactive TV Award

Apple takes it all?

22. Oktober 2008, 13:39 | Von Ulrich Brünger, Projektleiter Interactive TV Award

Die jüngsten Gerüchte deuten darauf hin, dass Apple auch in den TV-Geräte-Markt einsteigen will - was nur konsequent ist, da der Sprung von Bildschirmen zu TV-Geräten kein so großer sein sollte und dieser Markt sicherlich noch ein attraktiver White Spot in Apple´s Portfolio ist.

Viel interessanter finde ich aber den Gedanken, wie eine  Integration von Apple TV oder auch iTunes aussehen könnte. Wenn in dieser Hinsicht nichts kommen würde, wäre ich schon ziemlich enttäuscht. Vielleicht schaffen sie es ja auch hier wieder,  neue Standards - wie beim iPhone - zu setzen. Ich bin gespannt.


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