Die jüngsten Gerüchte deuten darauf hin, dass Apple auch in den TV-Geräte-Markt einsteigen will -was nur konsequent ist, da der Sprung von Bildschirmen zu TV-Geräten kein so großer sein sollte und dieser Markt sicherlich noch ein attraktiver White Spot in Apple´s Portfolio ist.
Viel interessanter finde ich aber den Gedanken, wie eine Integration von Apple TV oder auch iTunes aussehen könnte. Wenn in dieser Hinsicht nichts kommen würde, wäre ich schon ziemlich enttäuscht. Vielleicht schaffen sie es ja auch hier wieder, neue Standards - wie beim iPhone - zu setzen. Ich bin gespannt.
Brainpool zeigt mit seinem Format Ulmen.TV, dass das Internet tatsächlich eine ernst zunehmende Alternative zum bisherigen Fernsehen sein kann. Tausende von Zuschauern haben bis dato die Clips zu Ulmen´s Fremdschäm-Sendung “Mein neuer Freund” auf mayspass.de gesehen. Zu wenig fürs klassische Fernsehen - gar nicht so schlecht fürs Netz.
Bei Pro7 wurde das Format “Mein neuer Freund” bereits nach einer Folge abgesetzt bzw. aufgrund der heftigen Proteste einer nicht allzu kleinen Fangemeinde ins Nachtprogramm verbannt. Jetzt im Netz bleibt sich das Format selber treu: Stinknormale Mitmenschen (oder solche, die sich dafür halten) werden durch die Konfrontation mit den Ulmen´schen Charakteren dazu verführt, ihre eigene Unzulänglichkeit zu offenbaren. Ging es vorher darum sich und seine Charaktere von Kandidaten als neuer Freund der Tochter in deren ahnungslosen Familien einführen zu lassen (für das nette Sümmchen von 10.000 Euro!), so lässt er sich und seine Opfer nun für eine Reality-Show von einem Kamerateam begleiten. Sei es der stinkende Knut Hansen, der den ur-bayrischen Bürgermeister aus der beschaulichen Gemeinde Chamerau dazu bringt, stolz zu verkünden: “Bei uns gibt es kein Gesindel, keine Türken, keine Schwulen”. Und den gut gemeinten Ratschlag mit auf den Weg bekommt: “Und wenn Du mal Spaß haben willst, fährst du nur 15 Kilometer hinter die tschechische Grenze in den Club Pyramide”. Wen wundert‘s da noch, dass der liebe Herr Bürgermeister heute pensioniert ist und in Ungarn lebt! Der Freak Uwe Wöllner. Oder der geleckt-geschniegelte Alexander von Eich, der einer Hart-IV-Empfänger Familie anbietet, ihr den Weg aus dem Prekariat-Sumpf zu zeigen.
Das Streamen im Internet umgeht somit die allzu vielen Restriktionen im Fernsehen, denen auch Herr Ulmen folgen musste. Obwohl Ulmen seinen Charakteren nicht alle Freiheiten zugestehen konnte, wurde “Mein neuer Freund” 2006 für den Deutschen Fernsehpreis nominiert, von Kritikern und Fans geliebt und nicht zuletzt wegen seiner nichtfiktiven Gesellschaftsatire geachtet. Trotzdem wurde das nicht massentaugliche Format sofort abgesetzt - wie viele seiner Vorgänger und Nachfolger. Während der Qualitätscontent im Netz zum Longtail werden könnte, wird das gute alte Fernsehen immer flacher. Unsere deutsche Fernsehwirklichkeit heute: Ich muss mir leider “ernst” gemeinte (wo soll das noch hinführen-), dennoch stark verblödende und an der Moral vorbei produzierte Formate, wie die “Sozialschmarotzer”-Show oder Schuldnerberater Peter Zwegat vorsetzen lassen! Dann doch lieber Ulmen.TV-.
Nicht anders als im guten alten Fernsehen muss auch im Netz Geld verdient werden. Zwar sind die Clips in diesem Video-on-Demand-Portal - wie bei Youtube - kostenlos, finanziert durch Werbung, doch wer wird sie buchen? Im Moment wird nur von allen Seiten investiert, Hauptsache man verpasst den Trend nicht. Wir werden sehen, ob sich das jemals rentieren wird!?
Somit ist wohl, meiner Meinung nach, bewiesen: Wenn in der guten, alten Glotze etwas nicht ans Laufen kommt, heißt das noch lange nicht, dass es gar nicht funktioniert! Ulmen zeigt ja, dass gut gemachte Nischen-Formate auch ohne Umweg im Netz Erfolg haben!
Wer hätte das gedacht: Allen bisherigen Unkenrufen zum Trotz fördert das Streaming-Angebot im Internet die Einschaltquoten der guten alten TV-Sender.
Seit jeher waren die Ausstrahlungen von aktuellen Serien im Netz verpönt. Jedoch hat die Online-Sparte des US-Senders CBS nun mittels einer Umfrage mit fast 50.000 Nutzern von Streaming-Angeboten herausgefunden, dass Online-Streaming die Reichweite eines Formats eher unterstützt als beeinträchtigt. 35% der Befragten bestätigten, dass sie ihre Lieblingssendung zusätzlich zum Online-Angebot auch noch im TV anschauen. Den größten Unterschied des Nutzerverhaltens machte das Durchschnittsalter aus. Während die älteren Herrschaften im Durchschnittsalter von 54 Jahren die größte Zuschauerzahl im TV übernehmen, erfreuen sich die Onlineangebote eher eines jüngeren Publikums von durchschnittlich 38 Jahren.
Meiner Meinung nach sollten sich die Fernsehanstalten diese Aussage eigentlich zu Nutze machen. Eine Verbesserung der Angebote im Netz würde mir z.B. endlich die Möglichkeit bieten meinen Freunden nicht nur kurze Ausschnitte meiner Lieblingssendungen auf Youtube zu zeigen, sondern die ganze Sendung. Mit kompletten Sendungen oder Best-of-Trailern könnte ich meine Freunde eher von meinen Favoriten begeistern, so dass sie zum Publikum von morgen werden und zwar im TV. Anscheinend ist das noch nicht so ganz rübergekommen - schade. Denn werbefrei und am besten kostengünstig - wer würde da nicht sowohl online als auch via TV seine Lieblingssendung zweimal gucken!? Und: Die Sendungen, die vor allem für Teenies “lebenswichtig” sind, bleiben auch im TV interessant. Also: “Popstars” und “Alles was zählt” bis zum Abwinken-..
Dieneue Roland-Berger-Studieist nur einaktueller Höhepunkt in der Dauerbrenner-Diskussion. Das Thema Web-TVderzeit wieder mal in aller Munde, und es gibt gute Gründe dafür:
Dabei teile ich die Meinung, dass Web-TV mittelfristig eine ernstzunehmende Konkurrenz werden wird zu dem, was derzeit an Etabliertem auf dem Markt zur Verfügung steht. Derzeit wird aber wahrscheinlich ein Großteil dieser Formate (wenn nicht fast 100 %) über den PC genutzt.
Aber es gilt auch: PC ist gut, TV ist besser: Wie bringen wir Web-TV endlich auch ins Wohnzimmer?
Olympia hat dem Fernsehen übers Internet einen nie dagewesenen Boom beschert. Aber Fernsehen am PC lässt einfach kein Couchfeeling aufkommen. Daher ist die Frage jetzt aktueller denn je und gerade wieder heiß diskutiert: wie bekomme ich das Web-Fernsehen auch auf meinen Wohnzimmer-Fernseher?
Denn um richtig erfolgreich zu sein, wird auch Web-TV nicht umhin können, das Wohnzimmer zu erobern. Und hier stellt sich für mich eine zentrale Frage: Wie wird dies geschehen? Werden es Modelle wie sein wie:
Erfolgreich wird nur sein können, was den Kunden größtmöglichen Komfort und attraktive Inhalte bei kleinen Preisen verspricht.
Aber, was meinen Sie? Was wird erfolgreich sein bzw. welche Technik wird sich durchsetzen?
Bin gespannt auf Ihre Meinung -hier im Blog oder vielleicht sogar beieinem spannendenGespräch auf unserem Entwicklertreffen am 29. August auf der IFA.