Wird 2010 das Jahr des dreidimensionalen Fernsehens?
Spätestens seit der IFA 2009 in Berlin ist 3D-TV eines der Hauptthemen der Fernsehindustrie. Während Fernsehhersteller Loewe 3D-TV für ein Nischenprodukt hält und vorerst keine 3D fähigen Fernseher herausbringen will, glauben andere, dass sich das dreidimensionale Fernsehen bereits 2010 etablieren könnte und beginnen bereits jetzt damit, entsprechende Geräte auf den Markt zu bringen. Wird 2010 also das Jahr des dreidimensionalen Fernsehens oder nicht?
3D-TV - nur etwas für Gamer und Heimkinoenthusiasten?
Einer der Hersteller, die bereits jetzt schon ihre Hoffnungen auf die neue 3D-Technologie setzen, ist LG. Laut Peter Koch (Product Manager Home Entertainment Strategic Marketing bei LG) nimmt LG dabei zunächst die Gruppe der Gamer und Heimkinoenthusiasten ins Visier. Insbesondere den Gamern verspricht der Schritt in die dritte Dimension ein völlig neues und deutlich intensiveres Spielerlebnis, während Heimkinoenthusiasten bereits in Kürze die ersten Blu-ray Videos in 3D genießen können.
Gelingt bereits 2010 der Durchbruch auf dem Massenmarkt?
Beim Versuch 3D-TV am Massenmarkt zu etablieren, gelten im Prinzip natürlich die gleichen Regeln wie für das interaktive Fernsehen. Damit 3D-TV mehr als nur ein schickes Feature wird, benötigt die Technik zunächst einmal eines: Sender, die auch entsprechendes Material ausstrahlen! Da 3D im Kino bereits als voller Erfolg gewertet werden kann und mittlerweile immer mehr Filme in 3D produziert werden dürfte 2010 eigentlich bereits ausreichend Sendematerial dieser Art vorhanden sein - zumindest in Form von Blu-ray Discs und des Bezahlfernsehens (z.B. per Video-on-Demand). Sind dann genug Zuschauer auf diesen Zug aufgesprungen, sodass sich die Sache auch für die ‘normalen’ Sender lohnt, dürfte dem Siegeszug des dreidimensionalen Fernsehens eigentlich nichts mehr im Wege stehen - vorausgesetzt der Zuschauer spielt mit und kauft sich entsprechendes Heimkino-Equipment.
Aber wollen die Zuschauer überhaupt 3D-TV?
Laut einer Studie sind 64 Prozent der Zuschauer an heimischem 3D-TV interessiert, wobei allerdings die wenigsten bereit sind, dafür horrende Summen in neue Hardware zu investieren oder sich extra einen neuen 3D-tauglichen Fernseher anzuschaffen. Immerhin sind 67 Prozent der Befragten aber bereit für 3D-Filme etwas mehr zu bezahlen, als für die 2D-Version, was ja zumindest hoffen lässt. Ich bin jedenfalls schon mal gespannt, wie sich der Markt entwickeln wird!
Was meinen Sie - wird sich 3D-TV 2010 durchsetzen? Und würden Sie sich dafür extra einen neuen Fernseher anschaffen?
Erleben wir das Fernsehen in Zukunft dreidimensional und interaktiv?
Wenn man sich die Trends der vergangenen IFA in Berlin und der gerade erst erfolgreich beendeten IBC 2009 (International Broadcasting Conference) in Amsterdam betrachtet, scheint eines sicher: Aus Herstellersicht werden wir das Fernsehen der Zukunft in 3D erleben.
Mittendrin statt nur dabei
Ganz nach dem Motto “mittendrin statt nur dabei”, folgen diesem Trend aber nicht nur die Empfangsgeräte, sondern auch neuartige Fernbedienungskonzepte, mit denen sich das Geschehen auf dem Fernseher mithilfe von Gestensteuerung oder bewegungsempfindlichen Eingabegeräten lenken lässt. Laden diese ‘Aussichten’ nicht gerade dazu ein interaktiv ins Fernsehen einzutauchen?
Das Geschehen mit dem Zauberstab lenken
Stellen Sie sich doch mal Folgendes vor: Sie sitzen auf dem Sofa und betrachten auf dem Fernseher die 3D-Version eines Animationsfilms, wie Pixars aktuellen Kino-Blockbuster ‘Oben’. Dank Ihrer 3D-Brille können Sie (genau wie im 3D-Kino) wirklich tief ins Geschehen eintauchen. Plötzlich klingelt es an der Tür. Anstatt nun auf der mit knapp 30 Tasten belegten Fernbedienung den Pause-Knopf zu suchen (was mit der Brille auf dem Kopf vermutlich gleich doppelt kompliziert wird), nehmen Sie die Fernbedienung einfach in die Hand und zeigen damit auf den Fernseher, woraufhin dort automatisch ein dreidimensionales Menü mit passenden Optionen erscheint. Nun noch den gewünschten Pause-Menüpunkt anvisieren, den einzigen Knopf auf dem ‘Zauberstab’ drücken und das Bild bleibt stehen.
Interaktiv ins Fernsehgeschehen eintauchen – noch Zukunftsmusik?
Klingt gut, oder? Und das Ganze ist aus technischer Sicht noch nicht einmal Zukunftsmusik! Entsprechende Geräte wurden auf den beiden Messen bereits präsentiert: 3D-fähige TV-Geräte, Set-Top-Boxen mit 3D-Menüstruktur, Wii-artige Fernbedienungen für TV-Geräte usw. Allerdings müssen diese noch den Weg zueinander finden - und wenn es nach mir und meinen Wünschen geht, sollte auch das ‘Fernsehprogramm’ mit entsprechenden Inhalten auf diese Technologien abgestimmt werden. Am besten gleich noch im Verbund mit einer Gestensteuerung, wie z.B. das für die Xbox 360 geplante Project Natal, bei dem eine Kamera die Bewegungen des ‘Zuschauers’ abliest und in entsprechende Befehle für das angeschlossene Gerät übersetzt. Was man damit alles anstellen könnte – kaum auszudenken. Das Fernsehen der Zukunft: dreidimensional und interaktiv. Das wäre doch mal was!
Ohne einheitliche Standards kein interaktives 3D-TV?
Die Technik ist also da. Das Problem scheint nur folgendes zu sein: Aktuell kochen alle Hersteller noch ihr eigenes Süppchen. Will man auf dem Fernseher künftig mehr als nur 3D-Kinofilme und -Menüs zu Gesicht bekommen, müssten dazu vermutlich erst einheitliche Standards fürs 3D-Fernsehen und dazugehörige Eingabegeräte geschaffen werden. Anderfalls wird es wohl niemand wagen entsprechende Inhalte zu produzieren, die dann nur von einer kleinen Gruppe von Menschen, die genau das dafür benötigte Equipment des entsprechenden Herstellers besitzen, genutzt bzw. angeschaut werden können. Ist diese Hürde genommen, stände dann theoretisch auch interaktiven 3D-Fernsehinhalten und sonstigen Applikationen nichts mehr im Wege.
Also von mir aus könnte das Ganze schon morgen losgehen – träumen darf man ja
Wobei sich natürlich die Frage stellt, was der Spaß dann kosten wird. Oder was meinen Sie?
Hier noch ein paar Links zum Thema:
Philips: “Kunden und Inhalteanbieter sehr interessiert an 3D”
3D TV is NOT a Set Top Box Running a 3D Graphics UI
BBC plant Olympische Spiele 2012 in 3D
LG setzt bei Fernsehern auf 3D-Oberfläche und Gestensteuerung
Philips uWand: Zauberstab löst Fernbedienprobleme
Dubai-based ITSthe1 debuts new intelligent remote control app
Endlich! Endlich? Das Ende der herkömmlichen Fernbedienung naht
Und weil sie uns eine mögliche Zukunft so schön vor Augen führt, hier auch noch einmal die
E3 2009: Project Natal Milo Demo (YouTube-Video)
Das Ganze jetzt bitte noch in 3D – dann bin ich rundum zufrieden ![]()
TV + Internet = IPTV?
Stimmt diese Gleichung? Aus technischer Sicht ist die Entwicklung klar vorgezeichnet: IPTV wird die klassischen Empfangsgeräte nach und nach ablösen, weil es einfach mehr kann (zum Beispiel Übertragungsraten, Rückkanal). Früher oder später werden eben nicht mehr x Leitungen in jeden Haushalt geführt werden, sondern sämtliche Informationen fließen zentral über eine Leitung.
Die Kosten-Nutzen-Vorteile solch einer Lösung liegen auf der Hand. Doch wird sich dieses Szenario auch in der wirtschaftlichen Realität durchsetzen? (weiterlesen…)
Was der Bauer nicht kennt …
… das frisst er nicht! - ein abgedroschener Spruch zwar, aber er spiegelt das Medienverhalten der Deutschen ganz passend wieder.
Glaubt man nämlich der Studie von Deloitte, so nutzen wir immer noch lieber und überwiegend die „klassischen” Medien wie Zeitungen, Magazine und Fernsehen. Zumindest im Vergleich mit den Einwohnern der USA, Großbritannien, Japan und Brasilien.
Andererseits ist von einer grundsätzlichen Technikfeindlichkeit hierzulande auch keine Spur, wir sind halt nur etwas langsamer als die anderen. Und dabei trotzdem recht aktiv, denn selber Inhalte online stellen, das tun wir gerne.
Bedeutet für uns ja wohl, dass wir vor allem eins brauchen hinsichtlich unseres Optimismus beim Thema IPTV: Geduld, Geduld und nochmal Geduld. Sind halt nicht so schnell zu begeistern wie die Brasilianer und fahren nicht auf jeden neuen Hype sofort ab wie die Japaner. Aber wenn wir etwas Neues einmal akzeptiert haben, dann sind wir auch lange treu!
Delinearisierung von Fernsehen geht weiter
Mit der guten alten Aufnahme im Videorekorder fing vor einigen Jahrzehnten alles an: der Konsum von Fernsehen ist nicht mehr an Datum und Uhrzeit gebunden. Inzwischen kommen im Raketentempo immer neue technische Möglichkeiten auf - das zeigte unlängst nicht zuletzt die Unterhaltungselektronik-Messe CES in Las Vegas. (weiterlesen…)